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Sepiawirkung

Hallo J.........,
hallo auch ihr anderen "Sepia- Geplagten".

Zu Fragen dieser Art habe ich ja schon einige Zeit nichts mehr geschrieben, weil eigentlich unsere "Forumshasen" hier schon recht gut Bescheid wissen, und mich in diesem Punkt immer sehr tatkräftig unterstützen, noch nicht so erfahrene etwas mehr zu informieren.

Hier und jetzt habe ich allerdings das Gefühl, einige möchten es dann doch mal lieber wieder von mir selbst hören......? :-)

Ich versuch, es mal zusammenzufassen. (Und ihr verzeiht mir bitte die vielen Tippfehler, ja ? Danke)

In der Homöopathie bezeichnen wir die Sepia als das weiblichste aller Mittel. Sie hat einen riesigen Einsatzradius, und ist dort zuhause, wo es um Frausein geht, egal ob um die Karrierefrau oder die Mutter oder die vielfache Mutter oder die Kinderwunschfrau. Auch die großen weiblichen Gefühle wie Kraft, Neid, Trauer, Angst, Mitgefühl, Liebe bis hin zur allmonatlichen schlechten Laune sind bei Sepia zuhause.

Normalerweise setzen Homöopathen sie ein nach der Gesamtheit der Symptome. Wer hier mal mehr lesen mag, der schau mal bei www.bunkahle.com nach. Es gibt jedoch noch mehr Indikationen.. Die Sepia wirkt auf allerlei Organe, auch auf Nieren und Leber, sie wirkt auf die Emotionen, aber ihr Hauptgebiet sind und bleiben die Fortpflanzungsorgane.

Das bedeutet also auch verschiedene Indikationen:
Einmal die emotionale Indikation. Sepia ist dann angezeigt, wenn unsere weiblichen Gefühle entweder verletzt sind, oder "affektiert" sind, oder auffällig. So ist eine berühmte Indikation die schlechte Laune vor der Regel. Es gibt aber noch viele andere emotionale Indikationen, wie z.B., Frust wenn die Mens kommt, Abneigung gegen die, die man eigentlich liebt, Sehnsucht nach einem Kind, oder gar Sehnsucht nach "Keinem Kind mehr", und viele, viele mehr. Gemein haben diese Indikationen eben, dass sie sehr, sehr weiblich sind.

Auch organisch kann die Sepia indiziert sein. In der Kinderwunschtherapie setzen wir sie ein, wann immer die weiblichen Organe nicht funktionieren, wie sie funktionieren sollten. Damit ist nicht gemeint, dass ein Zyklus, der vom 28-Tage Mondscheintarif abweicht, nicht richtig funktionieren würde.
Es gibt aber eine Menge anderer Indikationen, wie z.B. PMS, Gemütsschwankungen vor und während der Mens, Zyklustempoanomalien, fehlender ES, schwankende Hormone, ganz besonders dann, wenn die "weiblichen " Hormone fehlen, oder anders herum formuliert, wenn zu viele "männliche" Hormone vorhanden sind.
Solche Hormontänze bekommt sie erfahrungsgemäß wirklich recht zügig wieder in die richtigen Bahnen.

Eine organotrope Indikation ist auch dann gegeben, wenn Erkrankungen, die weit in unserem Leben zurückliegen, bis heute eine Symptomatik produzieren. Das mögen alte, nicht ganz ausgeheilte oder chronische Unterleibserkrankungen sein. Es können auch "Restkatarrhe" übrig geblieben sein. Für all diese Symptome ist Sepia schlichtweg das größte Mittel und hat auch die Kraft, sie auszuheilen.

Eine dritte Indikationsvariante ist die Indikation nach der Causa. Das tu ich dann, wenn ein "weibliches Problem" die Ursache ist für körperliche Symptome. Eine typische wäre hier: Sterilität nach traurigen Erlebnissen, wie Fehlgeburten, Totgeburten, SIDS, lange Kinderlosigkeit, unschöne eigene Kindheitserlebnisse, etc.

So, und dann gibt es noch eine vierte, und die ist eine ganz typisch homöopathische: Es gibt eine hereditäre Indikationsmöglichkeit. Mit Heredität sind Krankheiten gemeint, die sich gewissermaßen als Familienerbe verstehen. Dabei müssen wir nicht unbedingt genau die Krankheiten unserer Großmütter oder Urgroßmütter genau reproduzieren. Oft aber setzen wir sie fort. Ob dies der Fall ist, das kann ein guter Homöopath gut erkennen.
Hereditäre Ursachen können sowohl organisch sein, als auch emotional. Organisch ist das etwas leichter zu verstehen: Wenn Mutter und Großmutter eine Neigung zu Aborten hatten, dann ist es möglich, dass auch die Tochter, bzw. Enkelin eine solche Neigung ererbt hat.
Emotional ist dies aber ebenfalls möglich. Hatten Mutter oder/und Großmutter stets eine große Angst, schwanger zu werden (was in früheren Zeiten durchaus nicht selten war), dann können wir davon ausgehen, dass die weiblichen Nachkommen dieser "Mütter" eben genau diese Ängste tief in sich tragen. So tief, dass sie dem Bewusstsein absolut nicht zugänglich sind. Hat eine Kinderwunschfrau eine solche tiefe, ererbte Angst in sich, dann wird sie anfangen, diese zu "vergraben" und zu bekämpfen (ebenfalls unterbewusst), da sie sich mit ihren eigenen, zeitgemäßen Wünschen nicht vertragen. So entsteht ein gefühlsbetonter Komplex, der immer schwerer zu erreichen ist.
In solchen und ähnlichen Fällen ist es die Sepia, die für uns eine Chance darstellt, an unsere eigentlichen Ängste und Prozesse heran zu kommen und sie aufzuarbeiten. Solche Prozesse können hereditär sein, also ererbt, als auch erworben, und zwar meistens in unserer Kindheit.

Last not Least setzen wir sie auch manchmal "nur so" ein, nämlich dann, wenn wir meinen, es KÖNNTE eine dieser Indikationen bei uns vorliegen, wir es aber nicht so genau wissen. Dann nehmen wir die Sepia sozusagen vorsichtshalber, um zu wissen, dass dann am Ende keine dieser Indikationen mehr in uns gegeben ist.

Tja, viele, viele Indikationen und Einsatzmöglichkeiten. So viele, dass ich überhaupt gewagt habe, die Sepia als ein Kinderwunschmittel der Homöopathie überhaupt hier ins Netz zu setzen.
Es gibt viele andere "Sterilitätsmittel, oder Mittel, die auch auf die Hormone und Gefühle und Organe einwirken können, diese aber sind strenger indiziert. Im Gegensatz zu ihnen kann man die Sepia beinahe als ein "Wald- und Wiesen-Weibermittel verstehen und auch - so finde ich- so einsetzen.

Bei derart vielen Indikationen, die nur ein einziges homöopathisches Mittel hat - und bitte bedenkt, ich habe hier nur einige herausgestellt, nämlich die, die in der Kinderwunschpraxis im Groben und Ganzen zu bedenken sind - dann kann man sich nun besser vorstellen, wie unterschiedlich auch die Wirkungsweise dieser wunderbaren Arznei sein kann.

Die Wirkung ist immer auch abhängig von der Indikation.
Sie ist abhängig vom Organismus - jeder reagiert anders.
Sie ist abhängig von der Stoffwechsellage- je besser der Stoffwechsel, desto schneller der Heilprozess.
Sie ist immer auch abhängig vom eigenen Heiltempo des Patienten.

Und - was für viele am schwersten zu verstehen ist - die Heilwirkung steht immer im direkten Zusammenhang zum Weg der "Krankwerdung".

Versuchen wir es mit einem Beispiel:
Stellen wir uns mal vor, eine Frau hatte vor 10 Jahren eine Unterleibsentzündung. Seitdem gibt es ein PMS. Die Sepia müsste dann zurück bis zu dieser alten Unterleibsentzündung und es ist möglich, dass am Ende der "Kur" leichte Symptome dieser alten Entzündung wieder zum Vorschein kämen.
Ein anderes typisches Beispiel ist dieses: Eine Frau hatte immer einen ganz normalen Zyklus. Dann aber nimmt sie 10 Jahre die Pille, setzt sie ab- und nichts ist mehr wie früher. Weder so, wie in der Zeit der Hormongaben, noch so wie in der Zeit davor. In diesem Fall muss der Körper wieder alleine "laufen lernen". Das kann manchmal ganz schön schwierig sein. Die Sepia würde dann laufend versuchen, dem Körper diesen kleinen "Tritt" zu geben. Dann funktioniert der Körper eine kleine Weile, aber bald schon kann er es nicht mehr. Also "tritt" ihn die Sepia wieder. Und wieder versucht der Körper es erneut, solange, bis er nicht mehr weiterkommt, usw.
Dies ist eine Heilsymptomatik, die schon viele kennen. Dann scheint unser Zyklus wie ein Uhrwerk zu sein, das immer wieder neu angeschubbst werden muss, und kein Zyklus gleicht dem anderen. Für eine Weile aber nur, denn der Körper lernt es nach und nach, wieder alleine zu laufen, die Abstände der Arzneigaben verlängern sich nach und nach und am Ende kann er es dann wieder.
Ist die Indikation eine organische, dann werden wie auch den Heilprozess eher organisch erleben. Nehmen wir zum Beispiel eine chronische Blasenentzündung, die Ursache unserer Symptomatik ist. Dann könnten wir mit vermehrten Harndrang rechnen, der Durst würde sich ändern, vielleicht auch der Appetit, es könnte zwicken und zwacken. Auch der Darm kann ins ackern kommen. Vielleicht mag er viel mehr ausscheiden als sonst? Vielleicht leitet auch die Haut aus? Es ist möglich, dass der ganze Stoffwechsel ins arbeiten kommt. Das fällt dann besonders den Patienten auf, deren Stoffwechsel eher etwas träge war zuvor.

Eine Heilwirkung, die für sich alleine vorhanden sein kann, meist jedoch andere Heilwirkungen begleitet ist die emotionale. Auch hier ist alles möglich. Denjenigen, die sonst ihre Gefühle unterdrücken, werden feststellen, dass sie das nun nicht mehr so leicht können. Wie die meisten homöopathischen Mittel auch, erlaubt die Sepia es einfach nicht mehr, dass wir weiterhin irgendetwas in uns hineinfressen, was uns krank macht. Deshalb setzt sie es frei. Das kann mal schlechte Laune sein, Gereiztheit, aber auch Gelassenheit und viele, viele Träume, in denen wir verarbeiten. All diese Symptome bleiben nicht. Vielmehr können wir beobachten, dass unser Körper jeden Tag kleine Fortschritte verbucht. Wir müssen nur richtig hinschauen.

Die Heilung durch homöopathische Mittel ist immer ein Weg, ein Heilweg, ein Prozess, der nicht wirklich auf der Stelle tritt.
Auch macht ein homöopathisches Arzneimittel keine Symptome. Nein, wir haben ja gerade gesehen, dass es sie nur freisetzt, und zwar besonders dann, wenn es meint, es stünde unserer Genesung im Wege. Diese Symptome sitzen also immer in uns, meist ganz tief, und manchmal auch vergraben.
Hierbei ist der Anfang immer besonders deutlich. Je mehr Zeit vergeht, desto geringer werden diese sogenannten Erstverschlimmerungen.

Es hilft sehr, wenn man einen solchen Weg erkennt. Denn es macht uns sicherer.
Manchmal passiert es, dass wir die Wirkung nur sehr schwer erkennen können.
Daher mein Tipp: Sucht nicht gleich nach den rosaroten Streifen auf den SS-Tests!
Schaut vielmehr auf euer Allgemeinbefinden, denn hier äußert sich ein homöopathisches Mittel am ehesten, ist es besonders für den "Anfänger" am besten zu erkennen.
Achtet auf eure Gemütslage, auf Träume, auf eure alltäglichen Reaktionen auf eure Umgebung. Sind sie so wie immer ? Wie reagieren die Organe? Fangen sie an zu "ackern", scheiden sie vielleicht aus? Was machen Darm und Blase, wie häufig geht ihr zur Toilette?
Wie reagiert die Haut - ist sie am Ausscheidungsprozess beteiligt?
Wie ist der Körpergeruch? Hat er sich geändert?
Was tut der Schweiß? Fühlt er sich anders an, ist er vielleicht klebrig, färbt er die Wäsche, riecht er anders, ist er mehr oder weniger geworden? Tritt er an anderen Stellen auf, oder an weiteren?

Was tun die Instinkte? Ändert sich der Geschmack? Der Appetit.? Gibt es vielleicht Heißhunger oder ganz neue Abneigungen gegen gewisse Speisen?

Dann schauen wir uns mal den Zyklus an. Reagiert er schon in irgendeiner Weise auf die gesamten körperlichen Prozesse? Ist er vielleicht ins Stolpern gekommen? Das muss keine Angst machen, wir sagen dann, die Sepia "ackert" und wir lassen das zu, wohlwissend, dass diese "Renovierungsarbeiten" mit Sicherheit notwendig sind, wohlwissend, dass die gesamte Organfunktion nach dieser "Renovierung" dann gesund sein wird.

Eine Heilung dauert in der Regel so lange, wie die Krankheit an Jahren gedauert hat.
Das möchte ich den ganz ungeduldigen nur mal gerne so mitgeben. Ich denke, wenn man es schaffen kann, sich einen Zeitraum von 3- 6 Monaten zu stecken, dann ist das ein vernünftiges Zeitmaß- aber natürlich nur ein pauschales. Jede Heilung ist etwas ganz individuelles, nicht nur im Prozess, sondern auch in der Zeit, die sie nun einmal braucht!!

Und das Ziel ist auf keinen Fall ein Baby.
Das Ziel ist es, gesund zu werden.
Gesund genug, dass die Natur einen geeigneten Boden hat, sich so durchzusetzen, wie sie es seit Anbeginn der Menschheit tut: Sich fortzupflanzen.
Wann und wie und ob sie das tut, das liegt jedoch nicht bei uns. Das ist auch nicht, "was man schaffen kann". Das ist es, was wir möglich machen können, in dem wir gesund sind.

Natürlich kommen hier im Forum immer wieder Meldungen, nach denen Frauen schon kurz nach der ersten Einnahme der Sepia spontan schwanger geworden sind. Das wird immer wieder vorkommen, denn es gibt tatsächlich "Patienten", bei denen es nur noch diese letzte kleine Hilfestellung brauchte, um gesund genug zu sein, um zu empfangen. Und tatsächlich tut in diesen Fällen hier die Natur auch noch unverzüglich ihr Werk.

Liebe Frauen, das ist aber nicht immer so.
Und ich finde es ganz wichtig, dass ihr das versteht.
Die "Babyflüsterin" macht nicht schwanger.
Die Sepia auch nicht.


Sie helfen nur, wieder gesund zu werden. Und sie helfen im besten Fall, sich wieder auf die Natur einzulassen.
Wegzukommen von der Vorstellung, dass sich fortzupflanzen eine Art Leistung sei, ein persönlicher Erfolg.
Hinzukommen zu der Erkenntnis, dass ein Baby zu haben viel zu tun hat mit Vertrauen.
In sich.
Und die Natur an sich.