Home
Foren
Kinderwunscharchiv
Fruchtbarkeitsmassage
Trauer

Seminare
Bücher von Birgit Zart
Kontakt
Impressum, Datenschutz und Co











 
Was tun im Trauerfall?
Die wichtigsten "Trauer-Regeln"Wie sich Angehörige unterstützend verhalten könnenWas Trauernden gut tutBezugsquellen für TraueracessoirsPrivate Hilfsangebote für TraueracessoiresVon unseren Eltern empfohlene Bestatter

Die wichtigsten "Trauer-Regeln"

Was können wir tun?

Wenn wir selbst den Verlust unseres Babys erleiden, ganz egal, ob dies in einer frühen Schwangerschaft geschieht, in  einer späten Schwangerschaft oder sogar in der Zeit nach der Geburt, dann verändern wir uns sehr plötzlich: Wir befinden uns in einem Zustand der Trauer.

 

Dies kann auch unserer besten Freundin passieren, oder unserer Partnerin, unserer Tochter, einer „Bekannten“, einer Nachbarin……

Da wir in unserer Generation kaum mehr Erfahrung haben, mit der Trauer an sich umzugehen, sind wir oft verunsichert, wie wir uns verhalten sollen. Das führt ganz schnell zu einem emotionalen Rückzug entweder von Freunden, Bekannten oder auch innerhalb der eigenen Familie.

 

Hier geht oft viel schief, treten oft Missverständnisse auf, die langfristige ungute Folgen haben können,  vor allem aber ist es immer wieder Hilflosigkeit, die wir in einer solchen Situation empfinden.

In den Foren der Frauenworte.de  haben wir häufig darüber gesprochen, wie sie denn nun aussehen könnte: Die Hilfe, die Eltern brauchen, wenn sie in eine solche Situation geraten. Hier möchte ich die wichtigsten Punkte zusammenfassen:

 

 

Einfach nur da sein!

Ganz wichtig:

Nichts sagen, nichts anraten, nichts bewerten - sondern nur zuhören!!!!!!

 

Für liebe Freunde, Eltern oder Partner scheint es oft sehr schwierig zu sein, mit trauernden Müttern umzugehen. Trauer ist immer unbequem. Deshalb versuchen Menschen oft, Trauernde zu trösten, in dem sie scheinbar „heitere Aussichten“ schaffen.

Sätze, wie:  „Du bist doch noch jung, du kannst andere Kinder haben“, oder „ Du bist stark, das schaffst du schon, das geht schon vorbei, oder „Sei froh, dass es noch nicht gelebt hat“, sind dabei hoch im Kurs.

Trauernde macht es aber wütend, so getröstet zu werden. Man kann Trauer nicht wegtrösten, nicht weg reden. Meist richten Trostversuche dieser Art nur mehr Schaden an. Denn die Betroffene wird sich dagegen auflehnen mit einem großen, inneren „Ja,aber !“ und sich verletzt zurückziehen.

Verletzt zu recht. Denn schaut man einmal genauer hin, was hinter solchen Aussagen steht, dann haben sie alle einen gemeinsamen Nenner: Sie sprechen – wenn auch unabsichtlich – der Betroffenen ihre Trauer ab. Sie alle haben den indirekten Beisatz: „ Es gibt keinen Grund zur Trauer“, oder „die Trauer wird vorbeigehen, Kopf hoch“.

Da dies natürlich nicht so ist, formulieren solche Aussagen eigentlich nur ein unbeschreibliches Unverständnis der Trauer und der Trauernden gegenüber. Eine riesengroße Kluft entsteht.

 

Auch, wenn alle sich wünschten, möglichst schnell zur Tagesordnung überzugehen- das funktioniert so nicht, denn man kann Trauer nicht überspringen, auslassen oder wegdenken. Trauerarbeit ist immer ein Prozess. Am Anfang dieses Prozesses steht das Zuhören. Nur so können wir als Partner oder Freundin nach und nach verstehen lernen, was sich in den Herzen unserer geliebten Person abspielt, was sich da entwickelt.

Die Trauernde selbst muss das auch erst lernen.

Deshalb nennen wir diese Phase die „Zeit der Nähe und des Zuhörens“.

 

 

Auf keinen Fall trösten wollen!

Trauernde scheinen regelrecht allergisch zu sein, gegen die landläufigen Versuche, trostreiche Worte zu finden. Solche „Tröstfloskeln“ verletzen die Trauernden ungemein, und sie schaffen Erinnerungen für sie, die sie so schnell nicht mehr vergessen können. Sie können richtig wütend machen.

Wir haben im Forum schon oft überlegt, ob wir vielleicht ein mal eine Art Highscore-Liste, der blödesten „Tröstfloskeln“ aufstellen sollten. Neben vielen ganz gemeinen Sprüchen stünde dort bestimmt noch: “Das Leben geht weiter“ ganz weit vorne.

Lassen wir das doch einfach.

Trauer ist unbeschreiblich.

 

 

Das Unfassbare muss zunächst begriffen werden

-          und zwar von der Trauernden selbst.

 

Vielleicht ist es die erste unbeschreibliche Situation, in den die Trauernde je gekommen ist. Dieser Zustand ist unfassbar.

Er ist aber gleichzeitig auch so schlimm, so schrecklich, dass man ihn nur zu gerne beschreiben möchte. Mir persönlich ging es lange Zeit so, dass ich immerzu meine Trauer gerne anerkannt haben wollte. Ich befand mich in einer schrecklichen Situation. Und ich fühlte mich in dieser Situation sehr, sehr allein. So wünschte ich mir Mitleidende, die in der Lage wären, das Ausmaß meines Schmerz und der Verzweiflung gänzlich zu erfassen. Nicht, dass das jemand falsch versteht. Ich hatte ein hervorragendes soziales Umfeld. Meine Familie, meine Eltern, meine Schwester , meine Freunde. Ich könnte keine Besseren haben.

Alle haben sich vorbildlich benommen. Und doch hatte ich ständig das Gefühl, ich müsste genau erklären, wie ich mich fühle, weil ich dachte, bei aller Nähe - wie soll ich mich nur begreiflich machen. Ich bin wirklich ein glücklicher Mensch, denn alle haben mir stets zugehört.

Den Schmerz eines anderes erfassen kann nur, wer zuhört.

Also öffnen Sie ihre Herzenstüren und hören sie einfach nur zu.

Sagen sie nichts. Fragen sie! Seien sie einfach nur da!

 

 

Wochenbett

Mütter Fehl- oder Totgeborener Kinder genießen leider noch immer allzu oft kein Wochenbett. Sie verlassen die Klinik sehr früh, um diesen Ort ihres Schicksals hinter sich zu lassen. In vielen Kliniken weiß auch das Personal nicht recht mit der Trauer umzugehen. Die Folge: man meidet die Patientin, der so manchmal eine angemessene Versorgung entgeht.

Zuhause wartet dann häufig schon Papierkram, Organisatorisches, vielleicht noch andere Kinder, die es zu versorgen gilt. Manchmal kann auch die Trauer selbst eine tiefe innere Unruhe mitbringen.

Mir selbst erging es so. Und ich weiß dies auch von vielen Betroffenen. Oft wird sogar auf eine sonst übliche gynäkologische Nachuntersuchung verzichtet.

 

Die Ablehnung gegen den eigenen Körper kann groß sein. Wer möchte sich da schon anfassen oder untersuchen lassen.

Angehörige und Freunde sollten den betroffenen Müttern eine Zeit zur körperlichen Genesung ermöglichen. Verwöhnen Sie sie ebenso, als hätten sie ein lebendes Kind geboren!

 

Jeder betroffenen Frau steht eine Betreuung durch eine Hebamme zu, auch dann, wenn es sich um eine Fehlgeburt in einem sehr frühen Schwangerschaftsabschnitt handelt. Bitte erkundigen Sie sich bei ihren Krankenkassen.

 

 

Abschied nehmen

 

Abschied nehmen ist ein ganz wesentlicher Bestandteil der Trauerarbeit. Neben dem eigentlichen Bewusstwerden des Verlustes und dem späteren Verarbeiten ist dies vermutlich eine der wichtigsten ihrer Säulen.

Betroffene Eltern sollten sich darüber im Klaren sein, dass alles, was sie jetzt noch an Eindrücken ihres Kindes sammeln können, nicht nur für die kommende Trauerarbeit reichen muss, sondern auch als Erinnerung für ein ganzes Leben.

Eindrücke, die wir nicht sammeln, die können wir später auch nicht mehr zum Ausdruck bringen. Alles, was wir nicht zum Ausdruck bringen, das können wir nicht verarbeiten.

Abschied nehmen bedeutet auch, unserem Unterbewusstsein klarzumachen, dass jetzt jemand für immer von uns geht. Es gibt viele Möglichkeiten und Varianten, Abschied zu nehmen. Ich empfehle hier noch einmal unbedingt, das Buch von Hannah Lothrop:

"Gute Hoffnung -Jähes Ende".

 

 


 
Das wichtigste aller Trauerbücher!
Wann immer wir selbst oder Menschen, die uns etwas bedeuten, ein Baby verlieren, dann wird es ihnen zunächst gut tun, zu erkennen, dass sie mit diesem Schicksal nicht allein dastehen.
Hannah, die ich noch persönlich kennen lernen durfte, begleitet in diesem Buch trauernde Eltern nach Fehlgeburten und Totgeburten äußerst sanft und gefühlvoll in einen gelungenen und gesunden Beginn der Trauerarbeit.