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Emotionalkörpertherapie

Wenn wir uns auf unseren Weg zum Kind begeben, dann ist es klug, wenn wir uns auf eine Mittelstrecke einlassen, denn nun heißt es, mit unseren Kräften zu haushalten, und auch mit unseren Gefühlen.

 

Es ist gut, wenn wir viel über unsere körperlichen Abläufe wissen, ebenso wichtig ist es aber auch, wenn wir viel über unsere Gefühle in dieser Zeit wissen. Noch besser ist es, wenn wir die eine oder andere Hilfe an der Hand haben, mit der wir unsere Gefühle auch ein wenig managen können. Gelingt uns dies, dann werden wir in der Achterbahn der Gefühle nicht hilflos sein, sondern kompetent und aktiv.

 

Eine der einfachsten und  zugleich wirkungsvollsten Methoden, auf seine Gefühle Einfluss zu nehmen und sie zu verändern ist die EmotionalKörperTherapie. Sie ist wirklich so einfach, dass man sich kaum vorstellen kann, dass sie so großartig wirkt und hilft.

Sie kann von Therapeuten ebenso angewendet werden, wie von Lehrern, Erziehern und Mitmenschen. Und natürlich können wir uns selbst damit immer wieder helfen, wenn wir nur einige wenige Dinge verinnerlicht haben.

 

Ich stelle Euch hier also Auszüge aus den Buch „Babygeflüster“ herein, um  Euch eine kleine Einführung für die EKT zur Verfügung zu stellen: 

 

 

Die Macht der Gefühle

 

So viele Gefühle wirken in uns. Und obwohl es einige bestimmte große Gefühlsgebäude gibt, sehen doch die Gefühle jeder Frau immer ein wenig anders aus, ganz so, wie wir es uns an unserer großen Tafel der individuellen Steckverbindungen klar gemacht haben.

 

Nun kann man jedes Gefühl immer auch im Körper wieder finden. Jedes einzelne Gefühl!

Im Großen und Ganzen erzähle ich euch damit nichts Neues, wir kennen alle die Schamesröte, die uns ins Gesicht steigen kann, das Herzklopfen, die Laus, die uns über die Leber gelaufen ist; wir kennen das, wenn man zu viel um die Ohren hat, oder die Nase voll. Aber auch dies sind nur wieder die großen Gefühlsgebäude, und die großen Wirkungen, die wir auf die eine oder andere Weise anerkannt haben oder für möglich halten.

Denkt man hier konsequent weiter, dann versteht man, dass dies auch in den kleinen Dingen so ist. So manches nicht gesagte Wort das schluckt der Hals, es ist jedoch in ihm stecken geblieben. Sobald wir in der Entspannung sind und darauf achten, dann finden wir dieses „geschluckte“ Wort wieder, ganz genau dort, wo wir es einst vergessen hatten. Es befindet sich in jeder einzelnen Zelle unseres Halses gespeichert. Tun wir uns das häufig an oder gar regelmäßig, dann können wir einen richtig dicken Hals davon bekommen.

Auch, wenn wir unsere Wut im Bauch nicht ab und zu freilassen, dann wird sie im Bauch bleiben.

Das ist kein Weltuntergang. Aber ein leerer Bauch, ein Bauch , der frei ist von verletzten Gefühlen, kann besser empfangen.

Es gibt wirklich sehr, sehr viele Beispiele von Emotionen, die im Körper manifestiert sind, denn jedes Gefühl sitzt im Körper, sobald es verletzt ist. Man könnte fast sagen, wenn wir nicht gut aufpassen, dann verletzen wir unsere Gefühle von Morgens bis Abends. So ist es eine ganze Menge, die da in unserem Körper gespeichert ist. Ein klein wenig haben wir davon schon in den Kapiteln „der verratene Bauch“ und „die geknickte Frau“ erfahren. In England gibt es sogar Geistheiler, die fassen einfach ein paar Zentimeter Haut eines anderen Menschen an, und können dann ganz klar die darin gespeicherten Gefühle benennen und heilen.

 

Wir können also sagen, unser Körper ist die Sammlung all unserer Gefühle. Und die verletzten Gefühle sind es, die wir nun langsam wieder in Ordnung bekommen möchten.

 

 

 

Transformation der Gefühle: Gefühle verändern.

 

Es gibt zwei große Gefühle, das eine ist die Liebe, das andere ist die Angst. Sämtliche anderen Gefühle finden sich als der eine oder andere Ausdruck eines dieser beiden Gefühle wieder. Was wir tun können, ist, unsere Gefühle wahrnehmen, wie sie gerade sind, und sie dann verwandeln. Unter uns Therapeuten nennen wir diesen Vorgang Transformation. Allein, wenn wir aufhören, ein uns unangenehmes Gefühl zu unterdrücken, wird es schon ein wenig transformiert. Wir könnten uns auch mal die Mühe machen, „nett“ zu einem solchen Gefühl zu sein, wir könnten ihm in unseren inneren Bildern die Zügel freigeben. Dann werden wir sehen, dass es nicht in seinem Zustand bleiben wird. Es wird sich vielmehr verändern, und mit jeder Veränderung wird es zu einem qualitativ „besseren“ Gefühl werden.

 

Ich möchte dies einmal an dem Gefühl „Hass“ veranschaulichen:

 

Eine Freundin von mir ist Pianistin und erteilt Klavierunterricht. Eines Tages bemerkte sie, dass ihre Schülerin offenbar nicht so ganz bei der Sache war, sie hämmerte auf der Tastatur, anstatt sensibel darauf zu musizieren. Die Lehrerin erkannte schnell, dass es wenig Sinn machte, die Schülerin zur Sanftmut zu bewegen.

Statt dessen bat sie diese auf die Couch, und fragte sie, was denn los sei.

„Ich könnte meinen Vater umbringen“ sagte diese, offenbar hatte es unmittelbar vor dem Unterricht einen großen Streit zwischen Vater und Tochter gegeben.

Na gut, sagte also die Lehrerin, dann schließ mal die Augen, stell dir deinen Vater vor und bringe ihn um. Die Schülerin tat, wie geheißen. Als der Vater „tot“ war, bat die Lehrerin ihre Schülerin, sich den Vater nun noch einmal anzuschauen.

„Er ist wieder aufgestanden“, sagte das Mädchen. „Gut, dann schau dir doch jetzt noch einmal deine Gefühle an, und beschreibe sie mir“. „Ich möchte ihn mal ordentlich verprügeln“ sprach nun die Schülerin. „Na, dann tu das doch“ erlaubte die Lehrerin. Und das Mädchen verprügelte in Gedanken ihren Vater.

Doch der stand wieder auf. Und sie wollte ihn mal ganz, ganz doll schütteln. Nachdem der Vater sich auch hiervon erholt hatte, wollte die Tochter ihn einmal so richtig nach Herzenslust anschreien. Das tat sie.

 

Anschließend genügte es ihr, ihm laut und deutlich ihre Meinung zu sagen.

In der nächsten Runde waren die beiden schon bei einem vernünftigen Gespräch. Und – egal , welche Gefühle sich auch meldeten, die kleine Schülerin ging Gefühl um Gefühl in die nächste neue Runde mit ihrem Vater.

 

Na, was glaubt ihr, was wohl die letzte Runde war? Es ist nicht schwer zu erraten: Sie fiel ihm in die schützenden Arme und konnte all ihre Liebe zu ihm endlich wieder spüren.

 

Wir nennen das Transformation der Gefühle. Erst wenn ich ein Gefühl nicht mehr einsperre, sondern ihm in irgendeiner Form Ausdruck verleihen kann, dann „verbessert“ sich dieses Gefühl in ein neues Gefühl. Regelmäßig ist das dahinterliegende Gefühl immer ein besseres, als das oben liegende.

 

Wir konnten hier also sehen, dass sogar Hass eine Form der Liebe ist.

Auch Trauer ist es. Und im Prinzip auch die Angst. Aber die Angst ist ein so eigenes Thema, dass man sie gerne gesondert behandelt.

 

Wir können also eine Transformation unserer Gefühle erreichen, wenn wir sie in Liebe annehmen, sie uns erlauben (natürlich nur in einem angemessenen Rahmen, hierfür sind innere Bilder ganz wunderbar) und ihnen Ausdruck verleihen.

 

Immer dann, wenn wir dies tun, dann kommen wir der Liebe ein Stück näher. Und das nicht nur für uns selbst, sondern immer auch für alle Betroffenen. Das ist, als würde unsere innere Arbeit, auch zu ihnen gelangen.

 

Unser Vater aus der kleinen Geschichte jedenfalls, öffnete seiner Tochter unmittelbar nach dem Klavierunterricht die Tür und schloss sie einfach in seine Arme – das hatte er wohl schon seit langer, langer Zeit nicht mehr getan. Offenbar reagiert sogar unsere Umgebung auf das Spiel mit den Emotionen tief in unserem Innern. Das ist zwar kaum mehr erklärbar, aber es ist meistens so. Und damit ihr euch später nicht darüber wundert, sage ich es hier halt so, wie es ist.

 

Wenn wir das Prinzip der Transformation nun verstanden haben, dann verstehen wir auch, weshalb der Babyneid nicht von alleine weggeht, und weshalb sogar eher die Gefahr besteht, dass er größer wird, wenn wir ihn ständig unterdrücken. So, wie ein Annehmen der Gefühle deren Qualität immer verbessert, sie transformiert, so werden sie umgekehrt durch Unterdrückung immer verschlechtert.

 

Lassen wir das also ab sofort mit der Unterdrückung sein. Schauen wir lieber, dass wir dieses unangenehme Gefühl transformieren.

 

Was könnte denn wohl das Gefühl hinter dem Babyneid sein? Es ist immer die Trauer. In den meisten Fällen die Trauer um unsere noch nicht erfüllte Sehnsucht. Wir helfen uns also nicht, wenn wir uns ob unserer Gefühle schämen. Vielleicht gehört sich das ein wenig so, das mag sein. Und unsere Scham mag auch gerne der Auslöser dafür sein, dass wir an uns arbeiten, sei es allein schon dafür, dass wir uns selbst wieder ausstehen können. Mit Unterdrückung tun wir dies aber niemals wieder, nicht wahr?

 

Stellen wir uns lieber in unseren inneren Bildern noch mal unserem Babyneid. Möglich, dass wir auf einer Familienfeier tatsächlich am liebsten unseren anscheinend undankbaren Schwestern ihr Baby einfach aus den Armen reißen.

 

Dann schauen wir sie uns einmal ohne ihr Kind an. Nehmen wir die Gelegenheit beim Schopfe, und lesen ihr mal ordentlich die Leviten ! Schreien wir sie an: „Du bist eine Rabenmutter und du bist undankbar! Es gibt so viele Frauen auf der Welt, die wünschen sich so sehnlich ein Kind. Du! Du hast eines, und was tust du? Du weißt es nicht zu schätzen“.

Vielleicht sind wir ja auch so derartig sauer, dass wir ihr eine Backpfeife verpassen. Oder?

Welches Gefühl würde da wohl in uns hochkommen, wenn wir das täten? Vermutlich würde es uns zuerst gut tun, dann aber würde es uns leid tun. Vermutlich wäre es, wie bei der kleinen Klavierschülerin. Wenn wir unsere Wut erst einmal entlassen haben, dann verändern sich unsere Gefühle, ihr wisst ja, sie transformieren sich. Und dann betrachten wir sie neu, unsere kleine Schwester, die ja hier auch für jede Freundin oder Arbeitskollegin stehen kann. Wir sehen, wie sie tränenüberströmt erklärt, dass sie ja auch nichts dafür kann, dass sie so einfach ein Kind bekommen hat. Und dass sie nicht geahnt hatte, welch eine große Verantwortung es ist, ein Kind großzuziehen. Und wir könnten ihre Angst verstehen, eine Rabenmutter zu sein. Dann würden wir sie trösten wollen, ihr erklären, dass jede Mutter eine gute Mutter ist, dass es keine Rabenmütter gibt, und dass sie das ja eigentlich sowieso alles ganz toll hinbekommt mit ihrem Baby. Wir würden ihr gestehen, dass wir selbst ja auch oft Angst hätten, einmal eine Rabenmutter zu sein. Wir könnten unsere Schwester, oder unsere Freundin wieder spüren, können alles spüren, was uns immer schon mit ihr verband, wir könnten sie wieder lieb haben.

 

Das schöne daran ist, so sind wir nicht nur unseren Babyneid losgeworden, sondern wir haben unsere Schwester wieder zurück. Sie und ihre Freundschaft, ihre Liebe zu uns, die brauchen wir in Wahrheit doch so sehr.

 

Bewusst und unterbewusst lernen wir so auch, dass wir kein anderes Kind haben möchten, außer unserem eigenen. Dass wir gar nicht neidisch sind auf unsere Schwester. Dass wir ihr alles gönnen, was immer sie auch mehr haben mag als wir selbst. Wir können erkennen, was für eine gute Mutter sie wirklich ist. Und wir haben erlebt, dass wir gar nicht neidisch sind, sondern nur sehr traurig.

 

Wenn wir den Neid in Angst oder Traurigkeit, oder sogar beides zusammen transformiert haben, dann sind wir zwar erst einmal weicher, aber auch ehrlicher. Wir haben uns dann schon einen ganz gehörigen ersten Schritt in unserer Gefühlswelt weiter bewegt. Mal durch unsere Sanduhrgrafik betrachtet, haben wir die Kontrolle verlassen, und uns hinbewegt zur Zuversicht, die in unseren Herzen wohnt.

 

Wir haben gelernt, dass Angst und Trauer Worte sind, die sich schlimm lesen mögen. Wenn wir aber gelernt haben, mit ihnen umzugehen, dann sind sie ganz schnell keine gruseligen Angelegenheiten mehr.

 

Wir haben auch gelernt, dass unsere Gefühle nicht so bleiben müssen, wie sie sind, und dass wir selbst es sind, die sie in Bewegung bringen können. Das macht uns gelassener. Die Angst vor unseren eigenen Gefühlen hat ihre Macht über uns verloren.

 

Und wir haben eine liebe Freundin zurückgewonnen, wir haben das Eis unserer Isolation ein wenig geschmolzen, wir gehen wieder gerne zu Familienfeiern, können wieder zufrieden in einem schwedischen Möbelhaus zu Mittag essen und haben somit ein gehöriges Lebensqualität für uns zurückerobert.

 

Wir haben eine wunderschöne neue Spur im Schnee geschaffen. Eine vollkommen neue Abfahrt, die dann eines Tages wie von selbst zu einer schönen neuen Piste heranreifen wird.

 

 

 

Verletzte Gefühle

 

Wir haben unser Kontrollverhalten schon ein wenig gelockert. Haben es vielleicht geschafft, dem Thermometer den Rücken zu kehren, ja, vielleicht sind wir sogar froh, dass wir nun nicht mehr ständig zum Gynäkologen fahren müssen, der in uns hinein zu schauen versucht, der uns unseren hormonellen Status zu vermitteln sucht. All diese Dinge strengen uns sehr an, und lenken uns ab, von den wirklich wichtigen Dingen.

Wir können sie auch schon fühlen, unsere Unterstützung, die da aus den Tiefen unserer Emotionen schon längst begonnen hat, zu wirken. Es ist dieses tiefe Wissen der Goldmarie, der Neandertalerin, und es ist die Sehnsucht, die, je mehr sie an die Oberfläche kommt, uns Gewissheit gibt, dass nichts an dem, was wir fühlen, falsch sein kann, und das eben deshalb so ist, weil wir richtig sind!

 

Es gibt keine falschen Gefühle!

Es gibt nur Gefühle!

Es gibt auch keine guten oder schlechten Gefühle!

Es gibt nur Gefühle!

 

Es gibt aber verletzte Gefühle!

Es gibt unterdrückte Gefühle!

Es gibt gekränkte Gefühle, traurige Gefühle, unerhörte Gefühle, es gibt einsame Gefühle, es gibt wirklich eine lange Liste von Verletzungen, die unsere Gefühle erleiden können.

 

Es wäre falsch zu denken, dass unsere Umgebung diese, unsere Gefühle verletzen würde. Dies wäre ein nicht richtiger Ansatz, denn es würde uns ja zu Opfern der Gesellschaft machen. Wir sind jedoch keine Opfer, wir sind Täter. Wir sind auch Würdenträgerinnen all dieser Gefühle. Sie wohnen in uns, und wir sind in der Lage, sie alle zu lieben, auf unsere höchstmütterliche, gastfreundliche Art.

 

Das klingt schwieriger, als es ist. Erinnern wir uns an die kleine Klavierschülerin und die Transformation von Gefühlen. Am Ende, wenn sämtliche Transformationsetappen durchlaufen sind, dann kommt immer ein Gefühl der Liebe dabei heraus. Immer!

 

Andersherum ist es so, dass unsere Gefühle um so kränker werden, je mehr sie unterdrückt und verletzt werden. Sobald unsere z.B. Liebe auch nur ein wenig verletzt wird, steigt sie ab in eine weniger reine Form, und wenn sie dann weiter verletzt wird, setzt sich dieser Kreislauf fort, die Verletzung wird Schicht um Schicht größer. Schicht um Schicht können wir unsere Gefühle aber auch wieder freilegen.

 

Das können wir erreichen, jeder kann das, mit der Emotionalkörpertherapie. Musste ich vor 20 Jahren während meiner Hypnoseausbildung noch etliche Symbole und Regeln beachten, ist die Emotionalkörpertherapie vollkommen frei davon. Sie ist ein mindestens ebenso mächtiges Werkzeug wie die Hypnose und alles, was es heute so an Therapien in tiefer Entspannung geben mag. Aber sie ist ganz einfach zu erlernen, dies ist endlich einmal ein Werkzeug für Jedermann und Jedefrau.

 

Ich brauche die Hypnose heute nur noch sehr selten. Die Emotionalkörpertherapie hat sie längst abgelöst, und ich denke, sie wirkt sogar noch schneller, vor allem aber: gesünder, denn man tapert einfach immer nur der Seele hinterher, bringt alles in Ordnung, löst Negativprogramme auf, und liegt so spielerisch immer auf der sicheren und richtigen Seite, anstatt – so wie früher - mit etlichen posthypnotischen Aufträgen so manche Verantwortung auf sich zu laden.

 

Man muss kein Therapeut, sondern einfach nur Mensch sein, um die Emotionalkörpertherapie anzuwenden. Das ist das Wunderbare daran. Seit Jahren vermittle ich sie, und ich weiß, dass Mütter, Erzieher, Frauen, ja sogar die Zimmerleute sie erfolgreich anwenden.

Sie sagen heute noch: „Wenn de dir mal ordentlich mit`m Hammer auf de Finger gekloppt hast, dann musste einfach schnell „Danke“ sagen, dann lässt der Schmerz gleich nach!“ Zimmerleute verletzen sich öfter mal. Und ihr Berufsstand hat sich tatsächlich einen bemerkenswerten kleinen Fundus an helfenden und heilenden Sofortmaßnahmen erhalten. Sie kurieren ihre Erkältung mit einer ordentlichen Ladung heißem Bier. Da würde ich persönlich umfallen, aber die Zimmerleute können das und bekommen auch keine wirkliche Grippe. Sie kurieren allerlei Verletzungen mit einem Bad in Kernseife, und können auf rostige Nägel treten, ohne sich jemals eine Blutvergiftung oder auch nur eine Entzündung davon zu holen. Sie erhalten sich immer das, was wirkt und das hat eine lange Tradition. Dass sie das „Danke“ in ihren Medizinkasten aufgenommen haben, mag für sich sprechen. Sie sagen nur deshalb „Danke“ zum Schmerz, weil es eben nun einmal hilft!

 

 

 

 

Die Kraft des „Dankeschön“

 

Gefühle sind ein Teil von uns!

Alle unsere Gefühle.

Wir nähren sie mit unserer Lebensenergie.

So gehört auch der Schmerz zu uns. Es ist unser Schmerz.

Wir veranstalten alles Mögliche mit ihm, aber lieben tun wir ihn nicht.

Weshalb eigentlich nicht?

Wie kommen wir nur dazu, manche unserer Gefühle zu lieben, andere aber abzulehnen?

Vielleicht liegt es an unseren Vorbildern und Leitsätzen.

Wie oft habe ich in meiner Kindheit gehört: Indianer kennt keinen Schmerz.

 

Ob das wirklich so ist? Oder gehen die Indianer einfach nur ganz anders mit ihrem Schmerz um? Schauen wir uns das doch einmal näher an.

 

Die Gesamtheit unserer Gefühle macht uns selbst aus. So vereinige ich alle meine Gefühle also in mir. Und es kann mir immer nur so gut gehen, wie es der Gesamtheit der Gefühle in mir geht. Nun stellen wir uns vor, ich verletze mich. Es tut weh. Der Schmerz in mir meldet sich. Das ist der Moment, in dem ich wohl aufhöre, ihn als einen Teil von mir zu akzeptieren, ich begehe also lieber den Kardinalsfehler Nummer eins und lehne ihn ab!

Ich reiße ihn sozusagen heraus aus meiner Gefühlsgesamtheit, und setze ihn vor die Tür. Direkt neben mich. Das ist ein glatter Rausschmiss! Und anstatt meiner Liebe und Toleranz fange ich nun an, ihn mit meiner Ablehnungsenergie zu speisen. Ablehnungsenergie ist eine nicht gute Energie, sie ist kriegerisch und deshalb aggressiv.

Der Trick ist es nun, meinem Schmerz als aller erstes meine kriegerischen Kräfte zu entziehen. Einfach so, als würde ich einen Stecker ziehen, ihm die Stromversorgung abschalten. Das geschieht, indem ich einfach „Danke“ zu ihm sage. Das funktioniert, das funktioniert auch, wenn ich das „Danke“ voll und ganz heuchle. Der Schmerz geht so zwar nicht weg, aber er transformiert sich auf der Stelle, er ändert seine Qualität, er ist zunächst einfach nur noch Schmerz, ohne all die Verletzung, die ihm gegenüber von mir ausgeht.

 

Das könnt ihr! Jeder kann das. Ich habe euch lediglich voraus, dass ich inzwischen ein ganz inniges Vertrauen zu dieser Therapieform habe, ich sehe nämlich seit Jahren, dass und wie sie funktioniert, Sie gehört zu meinem Fundus. Sie ist so genial einfach, dass eine ihrer Mitbegründerinnen, Frau Dr. Dorothea von Stumpfeldt, sie heute ganz einfach den: Emotionalkörperprozess nennt. Wir benötigen hier nur ein wenig Wissen über das „Verhalten“ der Emotionen grundsätzlich, sowie drei Sätze. Spätestens, wenn eure Kinder dann bei euch sind, werdet ihr heilfroh sein, um diese Dinge zu wissen.

 

 

 

Die Emotionalkörpertherapie

 

Vom Umgang mit dem Schmerz

 

Das nächste mal, wenn der Schmerz im Bauch sitzt, dann legen wir die Hände auf den Bauch und sagen deutlich :

„Lieber Schmerz ich spüre dich, und ich danke dir dafür, dass du da bist.“

Lassen wir unseren Satz drei, vier Sekunden lang wirken und spüren dann wieder in uns hinein. Der Schmerz wird sich verändert, schon ein wenig transformiert haben. Aus dem unerträglich, alles zusammenziehenden Schmerz, ist vermutlich ein krampfender Schmerz geworden. Das mag fraglich klingen, es ist aber so, der Schmerz ändert sich auf das Wörtchen „Dankeschön“ sofort! Er geht nicht immer gleich weg, aber, er ändert sich, er beginnt, sich zu transformieren. So finden wir also gerade heraus, dass unser Schmerz ein krampfender Schmerz ist. Auch den krampfenden Schmerz sprechen wir nun an.

 

„Lieber Krampf, ich spüre dich, und ich danke dir dafür, dass du da bist“.

Warten wir wieder drei, vier Sekunden, und fühlen wir in uns hinein, fühlen wir, wie der Krampf sich auflöst, und vielleicht ein Ziehen übrigbleibt.

 

So tragen wir nun Schicht um Schicht ab, transformieren unseren Schmerz immer weiter, mit diesem ersten großen Satz der - Emotionalkörpertherapie:

„Liebes Ziehen, ich spüre dich, und ich danke dir dafür, dass du da bist“

Spüren wir in uns hinein. Immer wieder. Spüren wir, wie aus dem Ziehen ein Druck wird.

 

Irgendwann kommen wir so dann nicht mehr weiter, und es wird Zeit, schnell den zweiten großen Satz der Emotionalkörpertherapie anzuwenden:

„Lieber Druck, ich danke dir dafür, dass du da bist; sag, gibt es irgend etwas, was ich für dich tun kann?“

Jetzt ist unsere Fantasie gefragt. Oft hilft es, wenn wir unseren Schmerz in ein Bild verwandeln, bei dem es uns leichter fällt, es zu lieben. Verwandeln wir ihn also einfach in einen Teddy zum Bespiel, oder in ein süßes kleines Babypüppchen. Hier sind wir vollkommen frei in unserer Auswahl. Probiert einfach selbst aus, zu welchem Bild ihr eure Liebe so richtig fließen lassen könnt. Ich wähle hier nun einfach mal den Teddy, euerer Fantasie sei dadurch jedoch keinerlei Grenze gesetzt. Am Ende wird es uns gelingen, unseren Teddy in die Arme zu nehmen, ihn anzunehmen, ihn zu lieben und auch herauszufinden, was er denn braucht. Oft genügt ihm unsere Liebe, manchmal möchte er aus unseren Diensten entlassen werden, dann geht er einfach, wenn wir ihm das erlauben, und manchmal möchte ein Teddy auch einfach etwas Urlaub in der Karibik machen. Egal, was unser Gefühl wünscht, oder eben der Teddy als seine Entsprechung, wir erlauben es. Wir können ihm auch erlauben, mal ganz, ganz groß zu werden. Denn erst, wenn unser Gefühl das mal durfte, dann wird es endlich kleiner werden können.

Ihr seht, ihr müsst selbst herausfinden, was eure Gefühle, eure Teddys sich wünschen. Manchmal kann es ein wenig Angst machen, das zu erlauben. Vielleicht hilft es euch hier, zu wissen, dass ein Gefühl sich erst dann transformiert, wenn seine Bedürfnisse befriedigt sind.

 

Wir selbst verstehen uns nun also als eine Art liebevolle Herbergsmutti, die stets bemüht ist, alle ihre Gefühle gut unterzubringen und zu versorgen. Egal, ob das Gefühl Freiheit heißt oder Hass, wir behandeln alle gleich. Dabei mag uns der Teddy ein wenig helfen.

 

 

Zurück zu unserem Druck. Der wohnt ja schließlich in uns. Wir sind verantwortlich für ihn. Und im Prinzip fragen wir ihn ja gerade, ob wir ihm eine richtig gute Gastgeberin sind, oder aber nicht. Stellen wir uns unseren Körper und unseren emotionalen Körper wie ein Haus vor, eine Pension vielleicht, und wir tragen die Verantwortung dafür, dass es jedem unserer „Gäste“ wirklich gut geht.

Es kann gut sein, dass unser Teddy, der symbolisch für unseren Druck im Bauch steht, uns nun antwortet:

„Es ist mir zu eng hier!“

Da sind wir aber eine schlechte Gastgeberin. Das korrigieren wir sofort. Wir erlauben unserem Druck, mal so richtig groß zu werden, wir erlauben ihm, sich so viel Raum zu nehmen, wie er denn braucht, um sich in uns wohl zu fühlen. Sehen wir zu, wie unser Teddy riesengroß wird, und vielleicht wird tatsächlich auch der Druck im Bauch zeitgleich größer.

Dies ist nur ein kurzes Intermezzo, da bleiben wir ganz ruhig und lassen sich unseren Druck mal richtig aufpludern. Beobachten wir ihn. Noch immer möchten wir ja herausfinden, was ihm denn fehlt.

Er wird groß werden. Wir können ihn fragen, ob er vielleicht wo anders hin will. „Ja“, wird er vermutlich sagen, ich will raus hier, weil mir ist eh alles zu eng“. Lassen wir ihn also, fragen wir ihn, welchen Weg er denn wählen möchte. Sollen wir ihm ein Türchen in unseren Bauch zaubern, oder sollen wir ihn einfach ausatmen, vielleicht möchte er uns aber auch mit unseren Tränen verlassen.

Was immer er wünscht, wir bleiben lieb und freundlich, und erlauben ihm, was immer er will. Schauen wir zu, wie er uns verlässt. Als Gastgeberinnen wissen wir, was sich gehört, wir verabschieden ihn, sagen noch: “Lieber Druck im Bauch, vielen Dank für deinen Besuch, und für all das, was du für mich getan hast. Nun brauche ich dich aber nicht mehr. Ich entlasse dich aus meinen Diensten und meiner Verantwortung.“

 

Dann schauen wir zu, wie unser Teddy sein Bündel packt und fröhlich und meist auch erleichtert, von dannen zieht.

 

 

Vom Umgang mit der Angst

 

Wir haben nun erfolgreich den Schmerz transformiert. Spüren wir also wieder in unseren Bauch hinein. Schauen wir, was wir nun in unserem Bauch antreffen. Aha! Wir begegnen der Angst!

Wir haben eine Angst im Bauch, die sich gewaschen hat. Wieder bleiben wir ganz ruhig, wir machen in Engelsgeduld mit unserer Emotionalkörpertherapie weiter.

 

„Liebe Angst, ich spüre dich, und ich danke dir dafür, dass du da bist. Sag, was kann ich denn für dich tun?“

Mit großer Sicherheit wird die Angst den gleichen Weg wählen, wie es vor ihr unser Schmerz tat. Begleiten wir sie also, bis sie sich von uns verabschiedet.

 

Was bleibt wohl, wenn die Angst im Bauch fort ist? Wir werden ganz sicher auf die eine oder andere Art unserer Hoffnung begegnen. Ja, das kommt uns bekannt vor: Wir haben Angst vor der Hoffnung. Besser sollte ich sagen, wir hatten Angst vor der Hoffnung.

In dem Augenblick, wo die Angst auch nur ein kleines Stückchen zur Seite gegangen ist, da können wir schon mal kurz die Hoffnung sehen, und ich verspreche euch, sie fühlt sich ganz wunderbar an.

Das macht Mut, weiterzumachen. Es ist aber auch vollkommen in Ordnung, unsere kleine Emotionalkörpertherapie auch abzubrechen, ganz, wie wir es wünschen. Der Vollständigkeit halber gebe ich euch nun den letzten großen Satz der Emotionalkörpertherapie mit, er lautet: “Möchtest du mir etwas sagen oder zeigen?“ So groß ist dieser Satz aber nicht, wir werden ihn bei weitem nicht so oft brauchen, wie die ersten beiden. Und notfalls kommen wir auch mit den ersten beiden durch.

 

Gehen wir mit unserer Emotionalkörpertherapie immer mindestens so weit, wo wir fühlen, dass dies eine gute und angenehme Etappe ist. Wir brauchen auch nicht unbedingt einen Schmerz, um die Emotionalkörpertherapie zu üben.

Es gibt sie auch als Luxusliner, einfach dann, wenn wir etwas für uns tun möchten. Dann legen wir uns einfach entspannt hin, oder wir nutzen die tiefe Entspannung, in der wir uns kurz vor dem Einschlafen oder dem Aufstehen ohnehin befinden. Nutzen wir sie doch, unsere geliebte Schlummertaste, und schauen wir uns mal in uns um.

Wenn uns nichts weh tut, dann steigen wir nur etwas anders in die Emotionalkörpertherapie ein. Wir „checken“ dafür unseren Körper. Wir bleiben einfach still liegen, und finden heraus, wie es uns denn geht. Nach kurzer Zeit kribbelt uns vielleicht die Nase. Dann wäre dieses Kribbeln unser Einstieg. „Liebes Kribbeln in der Nase, ich spüre dich, und ich danke dir dafür, dass du da bist. Sag was kann ich denn für dich tun?“ Vielleicht verlangt unser Kribbeln einfach nur, dass wir uns mal an der Nase kratzen. Und nachdem wir das tun, wird der kleine Zeh ganz warm. Ganz egal, was auch passieren mag, wir gehen Schritt für Schritt hinterher und transformieren, was zu transformieren ist so, wie unsere Goldmarie das täte.

Alles, was körperlich geschieht, hat auch immer eine Entsprechung in unseren Gefühlen. Also dürfen wir getrost zwischen diesen beiden Ebenen wechseln, ganz wie wir mögen. Das schöne an einem Einstieg in der körperlichen Ebene ist, dass wir nichts interpretieren müssen. Wir tappen einfach den Gefühlen hinterher und bringen sie in Harmonie.

 

Steigen wir auf der körperlichen Ebene ein, kann es gut sein, und es ist auch wahrscheinlich, dass wir in unseren Gefühlen landen. Es ist aber vollkommen in Ordnung, wenn das nicht so ist. Im Prinzip können wir nur einen einzigen richtigen Fehler machen, das wäre der, irgendeinem Gefühl oder einer Befindlichkeit unsere ablehnende Energie zu geben. Genau das wollten wir ja gerade verhindern. Falls es uns aber passieren sollte, dann merken wir ganz schnell, dass dies wohl ein Fehler war, denn Gefühle, die wir bekämpfen, oder denen wir Widerstand entgegensetzen, die werden gleich ganz viel größer.

Sollten wir also sagen: „Schmerz ich hasse dich“ dann wird der vermutlich antworten, „Ja danke, ich dich auch,“ und wir würden am liebsten schnell in die Hausapotheke flitzen, um uns ein Aspirin zu holen. Verzichten wir lieber aufs Aspirin, und seien wir wieder nett zu unserem Schmerz, denn inzwischen wissen wir ja, wie wir wirklich mit ihm arbeiten können.

Probiert dies gerne aus! Zunächst müsst ihr vermutlich verifizieren, was ich euch hier erzähle, dann werdet ihr nach und nach mehr Vertrauen dafür entwickeln, und diese Methode schließlich und endlich ebenso lieben, wie ich und viele, viele Frauen vor euch. Lest gerne diese Zeilen ab und zu noch mal, das lernt sich wirklich ganz schnell.

 

Nach und nach wird dieses Wissen auch in unser Verhalten einfließen. Wenn wir also eine Mutter hören, die zu ihrem Kind sagt „Heul nicht!“, dann wundern wir uns nie wieder über die riesengroße Sirene die dieses Kind dann anlassen muss, denn wir wissen um die Prinzipien unserer Gefühle. Dann wissen wir, hätte diese Mutter gesagt: „Ach ja, das tut bestimmt weh“, dann hätte sie nur noch einmal kurz auf den Schmerz pusten müssen, und das Kind wäre prompt danach von ihrem Schoß gehopst, um schon wieder weiterzuspielen.

Welch eine Vergeudung von Energien!

 

Beginnen wir auch zu verstehen, was sich hinter Sätzen verbirgt, wie:

„Ach, ist ja wieder gut!“

„Ach, das tut doch gar nicht weh“

„Hör doch auf, zu weinen!“

„Das ist doch nicht schlimm.“

 

Und welch eine Kriegseröffnung allein in dem Wort „Nein!“ steht.

Auf das Wörtchen „Nein!“ zieht sich der ganze Bauch zusammen,

würde man das energetisch sehen können, dann sähe es aus wie ein Schlag in die Magengrube.

Achten wir also auch schon einmal auf unsere Worte und streichen wir wenigstens für uns und unsere Familie den Babystandardspruch: „Nein, nein!“.

 

 

Müde bin ich all der Konflikte.

Müde bin ich all der Konflikte um mich herum,

und noch viel müder derer, die in mir zu toben scheinen,

Tag für Tag, Nacht für Nacht,

und Stunde um Stunde, die vergeht.

 

So zahlreich in Stück und Art,

dass ich sie kaum mehr orten kann,

kaum mehr benennen.

 

So verwirrend sind sie,

dass sie wohl an mir vorbeifliegen,

wie Schatten, wie Schemen,

unklar aber bedrohlich,

vertraut und fremd zugleich,

viele große Unbekannte,

deren Heimstatt wohl ich selbst bin.

 

Viele geheimnisvolle Geheimnisse,

beinahe, dass ich vergessen hätte,

dass ich sie überhaupt in mir trage.

 

 

Ein Krieg ist immer eine schlimme Sache. Einer der wesentlichen Fakten eines jeden Krieges, den wir führen, ist, dass er Ressourcen kostet. Es kostet viel Kraft, einen Krieg zu führen. Ein Krieg, der unter der Oberfläche tobt, der kostet uns Kraft im Untergrund, in unserem Unterbewusstsein.

Ein Krieg, von dem wir nichts wissen, kostet uns unwissentlich Kraft. Und wir können uns dann allenfalls wundern, weshalb wir uns so ausgelaugt fühlen, und so sehr müde.

 

Sobald wir unsere eigenen Kräfte gegen ein Gefühl, eine Emotion ins Feld führen, führen wir einen solchen Krieg. Ein solcher Krieg ist so wirkungsvoll wie ein Guerillakrieg, denn es wird im vertrauten Gelände aus dem Untergrund heraus gekämpft. Es ist also ziemlich dumm, sich auf einen Guerillakrieg einzulassen. Amerika tut das nicht, wir sollten dies auch nicht tun. Es gibt für uns nichts Richtigeres, als in diesem unseren noch etwas ungewohnten Land der Gefühle wieder Frieden einzuführen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Angst

 

Trauer ist ein großes Thema in unserer Gesellschaft. Für Mütter und diejenigen, die Mütter werden wollen jedoch, ist es ein riesiges Thema. Mutterschaft und Angst ums Kind, dies sind uns sehr vertraute und miteinander verbundene Begriffe. Wir kennen sie genau, die Angst unserer Mütter um uns bis zum heutigen Tage. Offenbar ist es egal, wie alt wir inzwischen geworden sind, noch immer begegnen uns unsere Mütter ab und an in all ihrer Sorge um uns und unser Wohlergehen. Eines Tages werden wir selbst Mütter sein, und wir wissen in diesem Zusammenhang genau, dass auch wir Angst haben werden und in Sorge sein werden um unsere Kinder.

Gewiss, Männer haben auch Ängste, und im Prinzip gibt es viele Ängste und jeder hat welche. Hier und jetzt aber meine ich diese eine spezielle Angst, die Angst der Mütter, die in unseren Bäuchen wohnt.

 

Es ist unwichtig, ob wir schon Mütter sind, oder es noch werden möchten. Diese Angst wohnt schon mal in unseren Bäuchen.

Normalerweise treffen wir unverzüglich auf all unsere Ängste, sobald wir die Kontrolle aufgeben, sobald die Kontrolle ein wenig zur Seite tritt. Denn die Kontrolle ist ein Antagonist der Angst. Deshalb klammern wir uns oft an unsere Kontrolle: Zu groß ist die Angst vor der Angst. Das dumme hieran ist, dass wir, wenn wir den Weg zur Angst versperrt haben, wir auch an unsere Sehnsucht, die Hoffnung und die Zuversicht nicht herankommen. Denn man kann Gefühle selektiv aussperren, das funktioniert leider zumeist systemisch, also generell.

 

Die mütterliche Angst, diese spezielle Angst, von der ich nun gerne sprechen möchte, zeichnet sich dadurch aus, dass wir unmittelbar vor der Angst noch die Traurigkeit antreffen. So wundert es dann wohl nicht mehr, dass diese Ängste, schaut man sie sich genauer an, immer auch ein wenig vermischt sind mit der Trauer, die vor ihr steht, und der Hoffnung, die immer gleich hinter der Angst steht. Ja, so ist das, die Angst steht vor der Hoffnung, deshalb haben auch viele Frauen eine so große Angst vor der Hoffnung. In der Arbeit mit dem Unterbewusstsein zeigt sich dies ganz genau so. Da mag die Angst eine Gestalt sein, und wenn wir sie bitten, mal ein wenig zur Seite zu treten, oder wenn wir selbst uns ein wenig von der Stelle bewegen können, dann sehen wir, dass hinter der Angst die Hoffnung versteckt war. So wird auch logisch, dass man hinter einer allzu großen Angst dann die Hoffnung kaum mehr sehen kann.

 

Was ist also mit uns geschehen? Aus unserer einstigen Angst von früher, als wir noch junge Mädchen in den Startlöchern einer Karriere waren, einer Angst vor einer Schwangerschaft, ist nun eine andere Angst geworden. Und diese Angst hat viele, viele Gesichter.

 

Wenn wir Angst empfinden, und den Fehler machen, sie nicht als unsere ganz natürliche Angst anzuerkennen, sondern sie zu unterdrücken, dann werden wir uns auf einen Weg begeben, den unsere kleine Klavierschülerin gegangen war. Dann wird die Angst mutieren, und sich in anderen, qualitativ schlechteren Emotionen in uns zeigen. Eine ganz typische dieser Emotionen ist die Aggression.

 

Es gibt eine Geschichte, irgendwo in China platziert. Sie schildert so schön diese Ursächlichkeit von Angst und Aggression. Man erzählt sich dort, dass einst ein sehr, sehr mächtiger Eroberer sein frisch erstrittenes Land zu besetzen wünschte. Er gab hierzu die Anweisung, ihm sämtliche Dörfer und Häuser bereits geräumt zu überlassen. Und er drohte, die Menschen zu töten, die sich ihm widersetzen.

So besetzte er sein Land. Eines Tages kam er in ein Kloster, welches nicht vollkommen geräumt war. Es war ein einziger Mönch, der dort einfach zurückgeblieben war.

Der Eroberer war sehr wütend darüber; er tobte, und er brüllte den Mönch an: „Weißt du eigentlich , wer ich bin? Ich könnte dich auf der Stelle töten, ohne mit der Wimper zu zucken!“

Da antwortete der Mönch: „Und weißt du, wer ich bin? Ich könnte mich auf der Stelle von dir töten lassen, ohne mit der Wimper zu zucken!“

 

Diese kleine Geschichte erzähle ich gerne meinen Kindern, um ihnen zu veranschaulichen, was wirkliche Stärke ist. Das bedeutet nun natürlich nicht, dass wir alle in das nächste Messer laufen sollen. Nein so ist das nicht gedacht. Sie soll lediglich aufzeigen, dass hinter jeder Aggression immer auch Angst steht. Und dass ein Mensch ohne Angst sehr charakterstark sein kann.

 

Ein falscher Umgang mit der Angst kann also Aggressionen schaffen. Allein eine unterdrückte Angst kann das schaffen. Und das schlimmste daran ist, dass sich dies an unserem Bewusstsein vorbeimogelt, und dass diese Aggressionen sich dann auch gegen uns selbst richten können, sie wird zur Autoaggression, und das macht uns krank, richtig krank, emotional und auch körperlich.

 

Unsere Angst kann aber auch noch weitere Wege nehmen, denn sie kann uns in den Kontrollzwang führen. Auf uns Frauen übertragen, bedeutet dies, dass wir unseren Körper, unseren Zyklus laufen lassen, sodass wir frei sind, bis zu der Stelle in unserem Leben, an der wir es mit der Angst zu tun bekommen. Entweder mit unserer Angst, schwanger zu werden, oder - meist später dann - mit unserer Angst nicht schwanger zu werden.

 

Um uns über diese tief in uns schlummernde Angst hinwegzuretten, beginnen wir, unseren Körper zu kontrollieren. Und je größer unsere Angst ist oder wird, desto größer werden unsere Anstrengungen sein, diese Kontrolle auszuweiten und zu verfeinern. Am Ende haben wir unsere Köpfchen voll mit den raffiniertesten Kontrollmethoden. Und wieder unser eigentliches Ziel aus den Augen verloren.

 

In welcher Art diese unsere Mechanismen auch funktioniert haben mögen, wir können sie nicht einen Tag mehr länger brauchen, denn wir sind Mütter auf dem Weg zu unserem Wunschkind, dafür wollen und müssen wir gesund sein an Körper und Seele. Fangen wir also an, stellen wir uns unseren Ängsten und ihren vielen Facetten. Die Forumsfrauen waren so lieb, und haben eine Liste solcher Ängste zusammen gestellt:

 

 

Angstsammlung:

 

Ich habe Angst vor der Hoffnung, jeden Monat!

 

Ich habe Angst vor meiner Menstruation.

 

Ich habe Angst, vielleicht niemals ein Baby in meinen Armen halten zu dürfen, niemals erfahren zu dürfen, wie es ist, eine Mutter zu sein.

 

Ich habe Angst davor, nie ein Kind zu haben, nie zu wissen, wie das ist, wenn ein Kind in dir wächst, nie zu wissen, wie es ist, Leben zu schenken, zu gebären, nie zu wissen, wie es sich anfühlt , wenn man das Kind zum ersten Mal sieht, es riecht, schmeckt, es als Ganzes begreift, wie es sein würde, wenn es seinen ersten kleinen Schritt selbst macht, wenn es das erste Mal „Mama“ zu mir sagt.

 

Ich habe Angst davor, mit all meiner Mutterliebe und meiner Sehnsucht nach meinem Kind sitzen zu bleiben, und sie nie weitergeben zu dürfen.

 

Ich habe Angst davor, ohne Kinder alt werden zu müssen.

Ich habe Angst davor, dass nichts von mir übrig bleibt, wenn ich einst die Welt der Lebenden verlassen muss.

 

Ich habe Angst vor dummen Fragen und Bemerkungen Außenstehender.

 

Ich habe Angst davor, dass wieder jemand in meinem Freundeskreis schwanger wird.

 

Ich habe Angst davor, keine richtige Frau zu sein.

 

Ich habe Angst davor, dass mein Mann sich so sehr ein Kind wünscht, und ich ihm diesen Wunsch nicht erfüllen kann.

 

Ich habe Angst davor, dass mein Mann sich kein Kind wünscht.

 

Ich habe Angst vor meinem eigenen Babyneid.

 

Ich habe Angst davor, eine Außenstehende zu sein, immer dann wenn sich Frauen über das Kinderkriegen oder über Kindererziehung unterhalten – und das tun sie ja so oft.

 

Ich habe Angst vor der nächsten Familienfeier.

 

Ich habe Angst davor, als „Nicht-Mutter“ abgestempelt zu werden.

 

Ich habe noch größere Angst davor, andere könnten denken, ich wäre freiwillig kinderlos, eine von den Frauen, die unbedingt nur ihr eigenes Leben genießen wollen.

 

Ich habe Angst davor, nicht dazuzugehören.

 

Ich habe Angst davor, schwanger zu werden und mein Baby dann zu verlieren.

 

Ich habe Angst, guter Hoffnung zu sein und dann am Zyklusende enttäuscht zu werden.

 

Ich habe Angst davor, mir eine Schwangerschaft einzureden.

 

Ich habe Angst davor, dass mein Körper versagt.

 

Ich habe Angst davor, etwas nicht „hinzukriegen“, was jeder Dödel sonst kann.

 

Ich habe Angst, etwas Neues auszuprobieren, weil mir bisher noch nichts dabei helfen konnte, schwanger zu werden.

 

Ich habe Angst, zu hoffen, weil ich dann um so tiefer falle, wenn diese Hoffnung sich wieder nicht erfüllt.

 

Ich habe Angst vor meinem Bauch und vor dem was er tut.

 

Ich habe Angst vor dem Schmerz.

 

Ich habe Angst davor, keine gute Mutter zu sein.

 

Ich habe Angst davor, mich bei der Entbindung blöd anzustellen.

 

Ich habe Angst vor der Hingabe, Angst davor, meine Kontrolle aufzugeben.

 

Ich habe Angst vor der Angst.

 

 

 

Angst vor der Angst

 

Dies ist eine geballte Ladung Angst.

Versuchen wir es doch aber einmal, ganz vorsichtig zunächst, und auch nur in unserer Vorstellung. Machen wir uns klar, dass die erste Angst nicht die eigentliche Angst ist, sondern die Angst, die wir vor der Angst haben. Denn die Angst hat so viele Facetten. Sie kann so verschiedenartig sein. Und dennoch ist es einfach nur Angst. Und Angst ist einfach nur ein Gefühl. Also behandeln wir sie wie alle anderen Gefühle auch. Und wenn wir sie noch so sehr hassen, wenn wir sie oft schon so verflucht haben, das macht nichts. Wir haben unsere Taktik gelernt. Wir haben gespürt, wie wunderbar wir unseren Schmerz beeinflussen können, und wissen, das können wir auch mit allen anderen Gefühlen tun, auch mit der Angst.

 

Wir begrüßen also unsere Angst, wohl wissend , dass sie ein Teil von uns ist. Wohl wissend, dass wir sie an anderer Stelle oft schon gebraucht haben, denn ohne jede Angst würden wir über die Straße gehen, ohne nach links und rechts zu schauen. Die Angst sichert unser Leben. Sie wird auch später unsere Kinder sichern. Und dafür sagen wir ihr mal ein deutliches „Dankeschön“. Sagen wir doch „ Angst, ich spüre dich, und ich danke dir, dass du da bist“.

Verwandeln wir sie gerne in einen Teddy und schauen wir, ob es unserem Teddy gut geht. Es wird ihm wohl kaum gut gehen. Schauen wir ihn an. Es kann gut sein, dass er wie ein kleines Kind dasteht und ganz jämmerlich weint. Vielleicht sagt er „Keiner mag mich!“ Dann trösten wir unseren kleinen Teddy, ganz genau so, wie wir es auch mit unseren Kindern tun würden. Nehmen wir ihn doch auf den Arm, und trösten ihn, schmusen mit ihm, schenken wir ihm all unsere Wärme. Und wir wissen, dass wir bisher Rabenmütter unserer Angst waren. Das soll uns nie wieder passieren.

 

Ist der Teddy auf unserem Arm, können wir sehen, was hinter ihm steht. Oft ist es die Hoffnung. Fast alle haben wir Angst vor der Hoffnung. Wir haben aber auch oft Angst vor anderen Dingen. Und welche das sind, das können wir genau in dem Moment erkennen, wenn die Angst beiseite tritt. Oder sie sich in Form des Teddy pfiffigerweise gerade schmusend auf unserem Arm befindet. Was wir immer wieder auch finden, dies wird unsere neue Runde sein, wir begrüßen es, wir verwandeln es gerne in irgendwas, wir gehen die drei goldenen Sätze der Emotionalkörperterapie mit ihm durch. Es ist ganz egal, was wir hinterher alles in unseren Armen halten. Wir können alles tragen, denn wir tragen es ja sowieso schon immer. Alles, was wir finden, sind Teile von uns. Und sie tragen sich am leichtesten, wenn es ihnen gut geht. Wir können auch für jedes Gefühl ein schönes Zuhause suchen, manche können wir auch entlassen oder in den Urlaub schicken. Da ist der Fantasie keine Grenze gesetzt. Probiert das gerne aus, spielt und variiert ein wenig herum. Ihr werdet sehen, dagegen kommt dann bald schon kein Fernsehprogramm mehr an.

 

 

Aus: Birgit Zart „Babygeflüster“, BoD, 2005