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Männer, Beschützer und Spermiogramme

 

Hallo Ihr Lieben,
seit heute morgen schwirrt mir dieses Thema im Kopf herum und ich weiß nicht recht, wie ich es ausdrücken soll. Ich möchte niemandem auf die Füße treten und nicht zanken. Nur einfach ein bisschen aus der eigenen Erfahrung erzählen.

Als ich meinen Mann kennenlernte, sagte er mir, dass er keine Kinder zeugen könne. In seiner ersten Ehe wurde dies festgestellt und wurde auch zum Problem, aber dies ist eine andere Geschichte. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Kinder und fand dieses Problem ziemlich nebensächlich. Ich hatte zwar seine Not und sein Leid mit diesem Thema gesehen und erkannt, habe aber zum damaligen Zeitpunkt für unsere noch sehr junge und frische Beziehung keine Relevanz gezogen.

Wir waren sehr verliebt und zogen dann zusammen, mit meinen Kindern. Es war nicht immer einfach, aber er war immer und ist noch heute ein viel besserer Vater als der leibliche Vater meiner Mädels. Obwohl er sich nie als Vater gesehen hat und ihnen nie eine väterliche Autorität aufgedrückt hatte, haben sie ihn mit ihren Sorgen und Problemen angesprochen und er hat ihnen immer geholfen (im Gegensatz zu ihrem leibliche Vater, der zwar nie Zeit für sie hatte, aber immer mal rumerziehen wollte, wenn es brenzlig wurde). Er war und ist ihr Beschützer. Und mittlerweile ist er auch noch ein ganz toller Stiefopa.

Nach einer Zeit keimte in uns beiden der Kinderwunsch auf. Wäre es nicht die Krönung unserer Beziehung, das Sahnehäubchen, noch ein gemeinsames Kind zu haben? Das nicht unter Beziehungsstress zu leiden hätte? Das sich in einer liebevollen Umgebung entfalten könnte? Aber er war ja zeugungsunfähig. Das Spermiogramm war so schlecht, dass die Ärzte keine Hoffnungen machten. Dann kam ICSI nach Deutschland. DAS Verfahren für unfruchtbare Männer. Wir hatten schon vorher rumprobiert mit diversen Sachen. Er wurde mit Hormonen behandelt, ich wurde mit Hormonen behandelt, nix hat geholfen. Und der Druck ist gewachsen. Auch der Druck innerhalb der Beziehung. Die spannungsfreie Umgebung, die wir uns für unser Kind vorgestellt hatten, stand auf einmal sehr unter Spannung.

In einer Behandlungspause wurde ich schwanger. Von einem unfruchtbaren Mann, dem nur ICSI hätte helfen können. Dessen Spermiogramm sooooo schlecht war, daß jede Hoffnung vergebens war. Ich machte den SS-Test und konnte es kaum glauben. Ich sagte ihm, dass er Vater werden würde, er konnte es erstmal nicht fassen. Er war unfähig, seine Freude auszudrücken und zu äußern. Erst als wir das pochende Herzchen auf dem US sahen, wurde dieses Kind langsam real. Wir freuten uns auf das Wunder. Die Freude hielt nicht lange, dann kam der unendliche Schmerz. Unser Wunder ging zu den Sternen. Er war so traurig, wie ich ihn noch nie erlebt habe. Aus der Angst heraus, ihm noch mehr wehzutun, habe ich ihn das tote Kind nicht auf dem US sehen lassen. Er hatte noch nicht mal die Gelegenheit Abschied zu nehmen. Und ich traute mich nicht, meine Trauer zu leben. Aus Angst, ihm damit noch mehr wehzutun.

Und dann wollte ich es dem Schicksal erst recht zeigen. Es hatte einmal geklappt. Er war nicht unfruchtbar! Und es konnte wieder klappen. Damit begaben wir uns in die Mühle der Kiwu-Praxis und machten alles, was möglich war. Ich immer als Zugpferd vornedran. Ich hatte die Verantwortung übernommen und zog ihn mit. Er wollte zwar nichts lieber als ein Kind und ertrug dem Kind und mir zuliebe dieses ganze Procedere, aber unsere wunderschöne Beziehung reduzierte sich auf Eizellkontrollen und Spermiogramme. Bis zu dem Punkt, wo es dann wirklich genug war. Ich wechselte dann von der Kiwu-Praxis in die Homöopathie. Er mußte das ganze Programm mitmachen und tat auch dieses wieder ohne aufzubegehren. Aber die Spermiogramme, an denen er mittlerweile gemessen wurde, blieben schlecht.

Wo blieb der Beschützer? Zu was habe ich ihn degradiert? Was habe ich aus meinem Mann gemacht? Einen kritiklosen Vitamin- Zink- , Selen-, Testes comp-, Karottensaftkonsumenten? Ist es noch der Mann, den ich mal begehrt habe?

Nebenbei habe ich ab und an auch noch hysterische Anfälle gehabt, weil ich an meiner Fruchtbarkeit gezweifelt habe. Und diesen Frust auch noch bei IHM abgeladen habe.

Wie sehr muss mich dieser Mann lieben, um dies alles zu ertragen?

Ich bin so froh, dass wir diesen Teufelskreis seit einiger Zeit durchbrochen haben. Dies verdanke ich Biggi, den Forumsfrauen und auch mir selbst und meiner Erkenntnis. Und selbstverständlich auch meinem Mann, der mich nicht vorher verlassen hat, weil er es nicht mehr aushielt mit mir.

Unser Wunsch nach einem Kind ist nach wie vor da. Aber es bestimmt nicht mehr unser Leben und unsere Beziehung. Wir haben so viele schöne Dinge zu tun und haben eine Zukunft, für die ein Kind eine Ergänzung wäre und kein Muss.

Liebe Grüße,

Christine, 2002

 

 

 

 

Buchtipp: " Warum ich fühle, was Du fühlst"

 

Joachim Bauer ist einer von den genialen Brückenbauern, die aus der wissenschaftlichen Forschung kommen und heute in der Psychotherapie tätig sind.

Brücken, die er baut, eröffnen uns vollkommen neue Wege, uns selbst tiefenpsychologisch zu verstehen, ohne uns dafür durch Archetypen und alte Griechen kämpfen zu müssen.

Leicht verständlich sorgt er beim Leser für ein Aha-Erlebnis nach dem anderen.

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Es ist ein Buch, was locker für anregenden Gesprächsstoff sorgt. Es macht Spaß!