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Zur aktuellen Situation der Kindergrabfelder

 

 

 

 

Zur aktuellen Situation der Kindergrabfelder

Bis 1997 waren Kindergrabfelder  eine absolute Ausnahme. Nur sehr wenige Friedhöfe boten überhaupt gesonderte Stellen für Kinder an und Eltern, die in die Situation kamen, ein Kind, auch ein älteres Kind, bestatten zu müssen,  kamen so in die Standartzeremonien, die man auch für Erwachsene Verstorbene zelebrierte.

 

Mit dem Aufkommen des Internets und den Trauerforen der Sternenkinder-Eltern im Netz begann man zunehmend sensibler mit den Kindesbestattungen umzugehen, und der Bedarf, auch nach strenger Gesetzesauffassung nicht bestattungsfähigen Kindern mit einem Geburtsgewicht unter 500 g eine würdevolle letzte Ruhestätte zu ermöglichen, wurde erkannt und umgesetzt.

 

Inzwischen werden diese Bemühungen fortlaufend weiter entwickelt. Auch nach einem medizinisch indizierten Schwangerschaftsabbruch oder nach Abtreibungen haben Eltern heute mancherorts die Möglichkeit, ihre Babys und Embryonen zu bestatten.

 

Die Formen der Bestattung sind sehr vielfältig geworden. Zusätzlich zur Einzelbestattungen waren es insbesondere die Kliniken und Trauerverbände, die das Ritual der Sammelbestattungen ins Leben riefen. Diese Form wird besonders oft bei nicht bestattungsfähigen Kindern gewählt. Eine gewisse Anzahl von fehlgeborenen Kindern und Embryonen wird gemeinsam entweder in einem Sarg oder einer Urne bestattet. Viele Kliniken verfügen über eigene Kindergrabstätten und Gedenkplätze und –Steine. Die Anzahl der jährlichen Gedenkzeremonien variiert immer von Klinik zu Klinik und von Friedhof zu Friedhof und muss von den Eltern selbst erfragt werden.

 

Heute bietet fast jeder zweite Friedhof ein Kindergrabfeld an.

 

Einige Friedhöfe bieten Eltern die Möglichkeit an, ihre Kinder fremden, erwachsenen Verstorbenen beizulegen, besonders dann, wenn es ich bei diesem um einen sehr Kinderlieben Menschen gehandelt hat.

 

In Ausnahmefällen, kann man nicht bestattungsfähige Kinder in einem Familiengrab beilegen. Insgesamt  sind die Friedhofsverwaltungen immer offener im Umgang mit verwaisten Eltern und deren individuellen Bedürfnissen, so dass wir allen Sternenkinder-Eltern wärmstens empfehlen, sich zunächst darüber klar zu werden, welche Zeremonie sie für sich als passend empfinden, und diese als Anliegen der Friedhofsgärtnerei vorzubringen.

 

Einen sehr guten Beistand bieten hier auch die verschiedenen Bestatter an, ganz besonders dann, wenn sie bereits einige Erfahrungen auf dem Gebiet der Kinderbestattung haben. Sie sind es, die in der  jeweiligen Region den Überblick haben.

 

Kürzlich organisierte die Verbraucherinitiative „Aeternitas“ eine Erhebung, in der sie 700 Friedhöfe anschrieb und  203 verwertbare Angaben über  die  Bestattungssituation  der Kinder erhielt.

 

Hier die wichtigsten Ergebnisse dieser Umfrage in einer Zusammenfassung:

 

Haben Sie ein eigenes Grabfeld für größere, tot-, fehlgeborene oder abgetriebene Kinder, oder für alle Kinder zusammen?


Die Hälfte der befragten Friedhöfe hat eigene Kindergrabfelder. Sie existieren meistens schon aus der Zeit vor 1990Auf Friedhöfen anderer Städte werden wegen eines sehr geringen Bedarfs an Kinderbestattungen die Kinder anscheinend in normalen Erwachsenengrabstätten beigesetzt. Über 80 Städte geben an, größere Kinder und Tot- oder Fehlgeburten in einem gemeinsamen Grabfeld zu bestatten. Ein eigenes Grabfeld für tot- und fehlgeborene oder abgetriebene Kinder zu haben, geben 70 Städte an. 9 bestehen bereits seit einer Zeit vor 1990, die meisten wurden ab 1997 angelegt.



Hat das Grabfeld für tot-, fehlgeborene oder abgetriebene Kinder einen besonderen Namen?

Bei dieser Frage werden von 35 Friedhöfen Antworten gegeben, darunter sind aber nur sieben wirkliche Eigennamen: Engelgrab, Garten der Kinder, Kindernest, Kinder, die noch zu klein waren, um zu leben“, Krokuswiese, Sternchenfeld, Tabea“. Die anderen Bezeichnungen sind funktional, z. B. wie: Grabfeld für totgeborene Kinder, Abt. Kindergräber, Gemeinschaftsgrab perinatal verstorbener Kinder.


Von wem wurde die Errichtung dieses Grabfeldes angeregt?
121 Friedhofsverwaltung
26 Krankenhaus
21 Klinikseelsorge
18 Elterninitiative
12 Bestatter
11 Kirchengemeinde
3 Friedhofsgärtner
0 Steinmetz
14 andere, z. B. Hospiz, Bürgermeisteramt, Gesundheitsamt, Diakonisches Werk

Bei 28 Städten kam die Anregung nicht von der Friedhofsverwaltung, sondern von den anderen genannten Interessengruppen: Aachen, Bad Homburg, Berlin Spandau, Bonn, Celle, Dessau, Dinslaken, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Freudenstadt, Geldern, Gera, Gießen, Landshut, Hagen, Hamm, Hürth, Karlsruhe, Koblenz, Mörfelden-Walldorf, Mülheim (Ruhr), Münster, Neuss, Salzkotten, Siegen, Stuttgart, Unna, Schorndorf.

Bei folgenden 26 Städten gab den Anstoß laut Umfrage alleine die Friedhofsverwaltung: Ahrensburg, Alsdorf, Borchen, Bottrop, Dresden, Eitorf, Elsdorf, Engelskirchen, Euskirchen, Gelsenkirchen, Göppingen, Goslar, Iserlohn, Kreuztal, Lampertheim, Leinefelde, Leverkusen, Melle, Oberhausen, Olpe, Saarbrücken, Saarbrücken, Saarbrücken, Selm, Swisttal, Viernheim, Winsen (Aller)

Wer hat dieses Grabfeld durch finanzielle Spenden/Arbeitsleistung unterstützt?  
93 Friedhofsverwaltung
17 Krankenhaus
6 Klinikseelsorge
7 Kirchengemeinde
6 Elterninitiative
16 Bestatter
12 Steinmetz
12 Friedhofsgärtner
12 andere priv. Sponsoren, Bistum, Künstlervereine

Von den genannten 90 Friedhofsverwaltungen unterstützen einige finanziell die Anlage von Totgeburtenfeldern, ohne selbst die Initiative ergriffen zu haben: Aachen, Bad Homburg v.d.Höhe, Bonn, Dessau, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Freudenstadt, Geldern, Giessen, Hagen, Karlsruhe, Münster, Neuss, Salzkotten Auch die Friedhofsgewerbe wie Bestatter, Steinmetze und Friedhofsgärtner sowie weitere private und öffentliche Sponsoren tragen zur Finanzierung des Grabfeldes bei.

Sind auf dem Grabfeld für Kinder Sitzgelegenheiten / Spielgeräte integriert?
Sitzgelegenheiten speziell auf dem Kindergrabfeld scheinen noch nicht üblich zu sein. Nur 52 Friedhöfe geben dies an. Wenn Sitzgelegenheiten vorhanden sind, werden sie gleich bei der Anlage des Grabfeldes integriert. Das gilt sowohl für lang bestehende, als auch kürzlich erst angelegte Grabfelder.

Spielgeräte auf dem Friedhof oder auf dem Kindergrabfeld sind tabu. Nur in Ahrensburg und Berlin-Lankwitz besteht bislang dieser Service für Familien.



Ist auf dem Grabfeld ein zentrales Gedenkzeichen vorhanden?
Ein zentrales Gedenkzeichen gibt es bislang auf 53 Friedhöfen, meistens auf den Totgeburtenfeldern. 16 weitere Städte planen dies in den nächsten 2 Jahren aufzustellen (8 auf Totgeburtenfeldern, 8 auf Kindergrabfeldern).

Gibt es Möglichkeiten, die Namen (Lebensdaten) der Kinder auf Gedenksteinen zu veröffentlichen?
Das Aufstellen einzelner Gedenksteine für verstorbene Kinder ist auf 128 Friedhöfen möglich. Bei den Nennungen handelt es sich überwiegend um einfache Kindergräber, bei den anderen um Totgeburtenfeldern. Das lässt bereits darauf schließen, dass Eltern sehr persönlich auch den kleinsten verstorbenen Kindern gedenken möchten. Das Bonner Beispiel zeigt, das dies durchaus auch bei einer Sammelbestattung möglich ist (eine Grabstätte mit 14 Totgeburten, ein zentrales Denkmal durch 14 einzelne Flusskiesel mit Namen ergänzt).

Ist kindlicher Grabschmuck auf den Gräbern erlaubt (Windrad, Windspiel, Plüschtiere)?
Bei einem Viertel der ausgewerteten Friedhöfe ist kindlicher Grabschmuck leider nicht erlaubt. Dabei handelt es sich überwiegend um Kindergrabfelder, aber auch bei neun ausdrücklichen Feldern für Totgeburten soll dieser Schmuck nicht erlaubt sein. Diese Antworten müssen sicherlich differenziert werden und es sollte nach der Art des Kindergrabschmucks gefragt werden. Eine generelle Ablehnung der genannten Beispiele Windrad, Windspiel, Plüschtier ist im Sinne einer tröstenden Grabgestaltung für die Angehörigen zu überdenken.

 

Wer veranlasst verantwortlich die Bestattungen tot-/fehlgeborener oder abgetriebener Kinder (Wunsch der Eltern nach einer Bestattung vorausgesetzt)?
79 die Eltern, davon handelt es sich bei der Hälfte definitiv um die Bestattung von Tot- oder Fehlgeburten
22 die Friedhofsverwaltung
31 das Krankenhaus
19 die Klinikseelsorge
54 In Absprache zwischen verschiedenen der o.g.

In den Fällen, in denen nicht die Eltern die Bestattung ursächlich veranlassen, handelt es sich um die Bestattung eines tot- oder fehlgeborenen Kindes. Dies geschieht z. B. in: Dessau, Rostock, Bremerhaven, Geldern, Augsburg, Hagen, Friedrichshafen, Koblenz, Freudenstadt, Stuttgart, Dortmund, Celle, Unna, Frankfurt/Main, Dinslaken. Hier wird die Bestattung vom Krankenhaus oder von der Seelsorge initiiert.



Bei Ihnen ist die Bestattung möglich für
größere Kinder Ja 191 Nein 7 - geplant
totgeborene Kinder Ja 189 Nein 8 - geplant
fehlgeborene Kinder Ja 171 Nein 27 3 geplant
abgetriebene Kinder Ja 131 Nein 67 8 geplant

Dass bei den bestattungspflichtigen größeren Kinder und Totgeburten Friedhöfe mit Nein antworten ist wohl eher auf nicht vorhandene Kindergrabfelder und nicht vorhandene Todesfälle zurückzuführen. Erstaunlich ist, dass auch bei nicht bestattungspflichtigen fehlgeborenen oder abgetriebenen Kindern so viele Friedhofsverwaltungen die Möglichkeit zur Bestattung angeben. Eine Unterscheidung nach Bundesland insbesondere für die Fehlgeburten und abgetriebenen Kinder (Abhängigkeit von Bestattungsgesetz) lässt sich nicht feststellen. Vermutlich hängen diese Antworten von der jüngsten offensiven Medienberichterstattung zur Bestattung von Kindern ab.

3 Die Beisetzung findet in einem eigenen Grab als Einzelbestattung statt bei
größere Kinder Ja 197 Nein 5 0 geplant
totgeborene Kinder Ja 172 Nein 30 1 geplant
fehlgeborene Kinder Ja 145 Nein 17 5 geplant
abgetriebene Kinder Ja 108 Nein 94 8 geplant

Es erstaunt, dass auch fehlgeborene und abgetriebene Kinder so häufig als Einzelbestattung in Einzelgräber beigesetzt werden können, also einem üblichen Kindergrab. Gemeint wurden aber wohl Grabstätten in Grabfeldern für Fehlgeborene, da die meisten der relevanten Friedhöfe angeben, keine eigenen Kindergräber zu besitzen. Wahrscheinlich handelt es sich jeweils um ein Totgeburtengrabfeld mit kleinen Reihengräbern, die einzeln gekennzeichnet sind, im Unterschied zu einem Gemeinschaftsgrabfeld mit Rasen oder Beetfläche und zentralen Gedenkstein ohne Namen.

4 Die Beisetzung findet in einem Gemeinschaftsgrab statt bei
größeren Kindern 11 Ja 191 Nein
totgeborenen Kindern 36 Ja 166 Nein
fehlgeborenen Kindern 50 Ja 152 Nein
abgetriebenen Kindern 39 Ja 163 Nein

5 Die Beisetzung findet in einem anonymen Grab statt bei
größeren Kindern 55 Ja 147 Nein
totgeborenen Kindern 68 Ja 133 Nein
fehlgeborenen Kindern 40 Ja 138 Nein
abgetriebenen Kindern 57 Ja 147 Nein

Die Einzelbestattung ist die beliebtere Beisetzungsform. Sie wird bei den einzelnen Gruppen jeweils zu 50 Prozent als Bestattungsform angegeben. Sammelbestattung wurden nur für die Beisetzung fehlgeborener und abgetriebener Kindern zu ca. 10 Prozent angegeben.

6 Die Eltern können bei der Bestattung anwesend sein
größeren Kindern 197 Ja 4 Nein
totgeborenen Kindern 185 Ja 16 Nein
fehlgeborenen Kindern 167 Ja 34 Nein
abgetriebenen Kindern 132 Ja 69 Nein

Für die ersten drei Gruppen handelt es sich bei ca. 50 % der Antworten dabei um eine Einzelbestattung, lediglich bei der Beisetzung der Abgetriebenen nur noch um 30 %, Die Form der Sammelbestattung wird nur für die letzten drei Gruppen, tot-, fehlgebo-re-ne und abgetriebene Kinder, angegeben, in einer Nennung zwischen 10 bis 20 %

7 Es findet eine Trauerfeier statt zur Beisetzung
größeren Kindern 188 Ja 13 Nein
totgeborenen Kindern 159 Ja 42 Nein
fehlgeborenen Kindern 139 Ja 62 Nein
abgetriebenen Kindern 111 Ja 90 Nein

Bei allen Gruppen werden die Ja-Stimmen zu 50 % als Einzelbestattung bezeichnet, als Sammelbestattungen werden nur 10 bis 20 % der Ja-Antworten benannt. Die Friedhofsverwaltungen haben bei dieser Frage sehr oft ergänzend darauf hingewiesen, dass die Trauerfeier nur auf Wunsch der Eltern stattfindet.

8 Seelsorger sind auf jeden Fall anwesend bei der Bestattung
größeren Kindern 128 Ja 73 Nein
totgeborenen Kindern 108 Ja 93 Nein
fehlgeborenen Kindern 99 Ja 102 Nein
abgetriebenen Kindern 76 Ja 125 Nein

Ein Seelsorger ist in den meisten Fällen bei einer Beisetzung dabei, wenngleich auch nicht in dem Maße, wie Trauerfeiern gehalten werden. Bei größeren Kindern und Totgeborenen (also den bestattungspflichtigen) waren die Ja-Stimmen zu 50 % als Einzelbestattung ausgewiesen, Sammelbestattungen deutlich geringer (da diese auch deutlich seltener durchgeführt werden).Bei fehlgeborenen oder abgetriebenen Kindern sind Seelsorger nur bei der Hälfte der Bestattungen oder noch seltener anwesend, die Form der Bestattung „Einzel“ oder „Sammel“ weist nur noch eine kleine Tendenz in Richtung Einzelbestattung auf. Auch hier findet die Anwesenheit nur auf Wunsch hin statt, nach Ergänzung der Verwaltungen.

Tendenzielle Aussagen zu den Fragen 4 8:
Es werden längst nicht so viele Kinder in Gemeinschaftsgräber oder anonymen Grabstätten beigesetzt. Die beliebtere Beisetzungsform ist nach wie vor das Einzelgrab, vor allem für größere Kinder und Totgeburten. Aber auch fehlgeborene oder abgetriebene Kinder werden den Angaben nach weit häufiger in Einzelgräbern beigesetzt und als Einzelbestattung durchgeführt, denn in anonymisierender Form. Zwar fällt das Dabeisein bei der Bestattung etwas weniger aus, je kleiner das verstorbene Kinder ist, findet aber immerhin noch bei der Hälfte der Bestattungen statt. Die Friedhöfe sind also schon bemüht, die Eltern in ihrer Trauer zu unterstützen, indem sie weitestgehende Beteiligung zulassen. Eine differenzierte Unterscheidung der Fragen nach der Bestattungsform Einzel- oder Sammelbestattung kann nach dieser Umfrage noch nicht erfolgen, weil dafür zu wenige Angaben vorliegen.

Es finden weitere Gedenkfeiern (z.B. regelmäßige Elternkreise o.ä.) auf dem Friedhof statt für größere Kinder 7 Ja 194 Nein
totgeborene Kinder 15 Ja 187 Nein
fehlgeborene Kinder 17 Ja 184 Nein
abgetriebene Kinder 14 Ja 187 Nein

Das Angebot von zusätzlichen Trauer- oder Gedenkfeiern für die verstorbenen Kinder findet man nur bei wenigen Friedhöfen. Sicher hängt es auch von der Häufigkeit von Kinderbestattungen ab. Bei den wenigen Städten handelt es sich überwiegend um solche, die in den letzten 5 Jahren eigene Grabfelder für Fehl- und Totgeburten angelegt haben. Eine Abhängigkeit der Gedenkfeiern von der Erstinitiative durch Klinik/-seelsorge oder Kirchengemeinde ist nicht feststellbar.

Im bereits vorhandenen Familiengrab können bei Ihnen bestattet werden
größere Kinder 177 Ja 25 Nein
totgeborene Kinder 187 Ja 15 Nein
fehlgeborene Kinder 167 Ja 34 Nein
abgetriebene Kinder 127 Ja 74 Nein

Immerhin gibt es einige Städte, die die Beibestattung eines Kind in einem bestehenden Familiengrab nicht zulassen.

Müssen Eltern für die Bestattung von fehlgeborenen Kindern irgendeinen Nachweis vorlegen? (z.B. Mindestalter, Mindestgewicht, ärztliche Bestätigung, ...)?

Mit Nein antworten hier 78 Friedhöfe und mit Ja 106.
Bei Letzteren wird aber in der Regel eine ärztliche Bescheinigung verlangt, also ein Totenschein. Damit sind dann aber bestattungspflichtige Kinder gemeint und sicher nicht die nicht-bestattungspflichtigen Fehlgeburten oder abgetriebenen Kinder. Einzige Hinweise auf Formulare für diese Kinderbestattungen gibt es bei 4 Städten. Hier gibt es einen schriftlichen Nachweis über Anzahl von Tot- und Fehlgeburten oder eine ärztl. Krankenhausbescheinigung mit einer Gewichtsangabe unter 500 g.

Es scheint also die Bestattung von nicht bestattungspflichtigen Kindern zumindest für die Eltern relativ verwaltungsvereinfacht abzulaufen.

Statistische Angaben

1 Anzahl der jährlichen Beisetzungen (gerundete Daten von 2002)
35 Friedhöfe machen hierzu keine Angabe.
Bei 28 Friedhöfen liegt die Anzahl der gesamten Bestattungen pro Jahr unter 100 Personen, ein Viertel dieser Friedhöfe besitzt keine Kindergräber, da offensichtlich kein Bedarf besteht. Das Angebot an Totgeburtengrabstätten oder gemischten Beisetzungsstätten ist unterschiedlich vorhanden.
Gesamtbestattungen pro Jahr zwischen 100 und 500 Personen weisen 92 Friedhöfe vor. Die Hälfte von ihnen hat ein Grabfeld für größere Kinder und Totgeburten zusammen, 10 Friedhöfe haben kein gesondertes Kindergrabfeld, die anderen mal das Eine oder das Andere.
Selbst in der Größenkategorie 500 bis 4000+ Bestattungen pro Jahr geben zwei Friedhöfe an, keine besonderen Kindergrabfelder zu besitzen, zwei Drittel der Friedhöfe trennen in Kindergrabfelder und Felder für Tot- und Fehlgeburten. Letztere sind überwiegend in den letzten fünf Jahren erst angelegt worden.
Da es in dieser Umfrage nicht um statistische Aussagen zum Bestattungspotential von Friedhöfen geht, kommt diesen Zahlen jedoch keine weitere Bedeutung zu. Es ist jedenfalls nicht zu erkennen, dass die Errichtung von besonderen Grabfeldern für größere Kinder oder Tot- und Fehlgeburten von der Größe des Friedhofes abhängt.

Die Anzahl der Kinderbestattungen pro Friedhof hängt natürlich auch vom Einzugsgebiet ab, so haben größere Friedhöfe in Ballungsgebieten eine größere Anzahl an Kinderbestattungen pro Jahr als kleine Friedhöfe im ländlichen Raum. In dieser Umfrage wurden vielfach diese Daten zusammengefasst für alle Kinder-gruppen angegeben, so dass eine Einzelauswertung nicht immer möglich war. Die folgenden Zahlen sollten daher als circa-Angaben betrachtet werden. Es geben gut die Hälfte der Friedhofsverwaltungen an, dass Kinderbestattungen durchgeführt werden. Von 126 Fragebögen weisen nur 10 mehr als 10 Bestattungen pro Jahr auf, es sind alles Einzelbestattungen. Die Bestattung von Totgeburten wurde von 86 Friedhöfen angegeben, auch sie haben diese bis auf wenige Ausnahmen als Einzelbestattungen durchgeführt, da sie wie auch für diese Umfrage definiert bestattungspflichtig sind. Die Bestattungen von Fehlgeburten gab es nach Aussage der Friedhofsverwaltungen nur in 44 Städten, neben etlichen Einzelfällen, die auch einzeln bestattet werden, gibt es hier auch die ersten größeren Sammelbestattungen von 15 bis zu 156 Kindern pro Jahr. Die Bestattung von abgetriebenen Kindern wird nur von 7 Städten erwähnt: Chemnitz, Trier, Dessau, Bonn, Aachen, Braunschweig, Augsburg.

Gesamtgebühren für eine einfache Bestattung eines Kindes
Diese Umfrage diente in keiner Weise der Ermittlung von Gebühren. Gefragt wurde nur, um eine Relation für die Gebühren für die Bestattungen von tot- und fehlgeborenen Kindern zu erhalten. Wo Kinder in normalen Erwachsenen- oder Kindergräbern beigesetzt werden, sind natürlich die dafür in der Gebührenordnung ausgewiesenen Gebühren zu bezahlen. Sie liegen in der Spannweite von 100 bis 1.450 Euro. Die meisten Friedhöfe unterscheiden zwischen der Beisetzung größerer Kinder, für die auch größere Grabstätten zur Verfügung gestellt werden, und andererseits der Beisetzung von tot-, fehlgeborenen oder abgetriebenen Kinder, für die oftmals eine gleich hohe Gebühr erhoben wird. Einige Friedhöfe erheben für die Bestattung von nicht-bestattungspflichtigen Kindern auch gar keine Gebühren, manche deutlich geringere.

Haben Sie, oder jemand aus Ihrer Stadt, eine Internetseite, auf der das Kindergrabfeld dargestellt ist?
Lediglich Karlsruhe, Remscheid, Münster und Berlin-Lankwitz geben eine Internetseite an, auf der das/die Kindergrab/gräber beschrieben oder abgebildet sind. Diese Form der Informationsgewinnung ist noch sehr unzureichend ausgebildet. 20 Friedhöfe wollen dies aber in nächster Zeit angehen.

 

Mit der freundlichen Genehmigung Herrn Helbachs von Aeternitas.

Die vollständige Auswertung der Umfrage könnt Ihr direkt bei Aeternitas nachlesen.