Home
Foren
Kinderwunscharchiv
Fruchtbarkeitsmassage
Trauer

Seminare
Bücher von Birgit Zart
Kontakt
Impressum, Datenschutz und Co











 
Kinderwunsch und Psyche
Der Kinderwunsch braucht eine StrategieSich dem Leben wieder zuwendenRobin Hood- Die Geschenke des Lebens annehmenEmotionalkörpertherapieNur was offen ist, kann auch empfangenTraurig, wenn Mens kommtBabyneidKinderwunsch???In ein tiefes Loch gefallenMein Zyklus macht mich noch verrückt!!Die Kraft vom DankeschönLernen, zu empfangenDie NeandertalerinGoldmarieDie drei Sätze der Maria MagdalenaDie Sache mit den Frauen und der HysterieGewichtszunahme und KinderwunschSchumis RennstreckeWer darf ein Baby haben und wer nichtWenn Kinderseelen sprechenDie Kinder des neuen JahrtausendsIch bin dein Kind

Der Kinderwunsch braucht eine Strategie

 

  

Willkommen!

Diese Seite  richtet sich an Kinderwunschpaare ebenso wie an alle,  die Eltern in der Kinderwunschzeit erfolgreich betreuen und begleiten möchten.

 

„Wir können es schon nicht mehr hören!“- Die Sache mit der Gelassenheit

 

Was ist das eigentlich: Gelassenheit?

Gelassenheit ist eine innere Einstellung. Sie verleiht uns die Fähigkeit, vor allem in schwierigen emotionalen Situationen eine unvoreingenommene Haltung zu bewahren. Sie ist das Gegenteil von Unruhe, Angst und Stress.

Eine solche Haltung zu bewahren ist immer leichter gesagt als getan- und in der Kinderwunschzeit ist sie ein immer wieder kehrendes und zentrales Thema.

„Wir können es schon nicht mehr hören“- so stöhnen unsere Patienten- und das zu Recht! Wie oft haben vielleicht auch Sie schon die gutgemeinten Ratschläge wohlmeinender Freunde und Familienangehöriger gehört und anfangs auch befolgen wollen, nur um wieder einmal mit dieser Strategie zu scheitern? Vermutlich sind viele Kinderwunschpaare einige Male hoffnungsvoll in den anempfohlenen Urlaub gefahren, um aus zu probieren, ob das funktioniert, dieses: „Fahrt mal in den Urlaub, entspannt Euch und dann klappt das schon“.

 

Das hat natürlich nicht funktioniert. Das kann es ja auch nicht, wenn man beim Entspannen Stress hat und Angst und sich dabei auch noch beeilen soll. Das funktioniert so nicht, denn es ist ein Missverständnis. Gewiss mögen viele Paare ausgerechnet im Urlaub schwanger geworden sein, oder in Momenten, in denen sie einfach mal nicht ans Kinderkriegen gedacht haben, oder sich gar eifrig um die Vermeidung einer Schwangerschaft bemüht hatten. Da mag ihnen das Schicksal ein Schnäppchen geschlagen haben. Als Strategie für eine gelungene Kinderwunschzeit jedoch eignet sich diese Art von Entspannung nicht im Geringsten.

Viel wirkungsvoller und geschickter ist es, dafür Sorge zu tragen, dass Ungeduld, Angst und Stress sich nicht unkontrolliert weiter steigern können. Wir sprechen hier also von einem Management der Gefühle, für das uns neben einer geeigneten Korrektur unserer inneren Einstellungen zahlreiche Rezepturen der Natur, der Homöopathie und der Naturheilkunde zur Verfügung stehen.

Wie ein solches Management aussehen kann, wie es funktioniert, das möchten wir Ihnen in dem vorliegenden Buch vorstellen, mit allem uns zur Verfügung stehenden Wissen, allen Rezepturen, Tipps und Tricks.

 

 

Der Kinderwunsch braucht eine Strategie!

Die wichtigste Unterstützung  werden wir finden, wenn wir eine Strategie für unsere Kinderwunschzeit haben. Nur sie kann uns davor bewahren, schlimmstenfalls mehrmals täglich die merkwürdigsten Dinge zu veranstalten, um doch noch irgendwie zu unserer Wunscherfüllung zu gelangen. Sie lässt uns klar bleiben, lässt uns zu jedem Zeitpunkt wissen, wo genau in unserem Kinderwunsch wir uns befinden, was bereits hinter uns liegt und was noch vor uns. Sie hilft uns, mit den Füßen auf der Erde zu bleiben und sie mag uns helfen, nicht in Stress zu geraten.

In den letzten Jahren sind wir wahrhaftig  Expertinnen darin geworden, mit unseren Patienten eine solche individuelle Strategie zu entwickeln. Und hier ist eines ganz klar: So individuell, wie die Wunschfamilien sind, so individuell sind auch deren Strategien. Bestimmte Aspekte aber bleiben für alle Menschen gleich. Diese stets gleichbleibenden Dinge möchten wir Ihnen vorstellen in der Zuversicht, dass auch Sie sich anhand unserer Tipps eine kleine Strategie schaffen können und in der Hoffnung, dass Ihre Kinderwunschzeit eine möglichst gelungene Zeit werden wird.

 

 

Mit den Kräften haushalten.

Wenn wir einen Kinderwunsch entwickeln, dann können wir uns grundsätzlich auf eine Mittelstrecke einstellen.

Vielen Eltern scheinen ihre Kinder regelrecht in den Schoß zu fallen. Sollten diese je einen Kinderwunsch gehabt haben, so war dieser aber sehr kurz, so dass sie in ihrem Wunsch keine wirklichen Erfahrungen sammeln konnten, geschweige denn, ausprobieren, was hilft und was nicht. Daran sollten wir denken, wenn wir von solchen Eltern gut gemeinte Ratschläge erhalten und uns gerne merken: Für uns selbst treffen diese höchstwahrscheinlich nicht zu. Bei uns ist das etwas ganz anderes. Wir sind schon einen Schritt weiter, denn wir haben längst festgestellt, dass unsere Kinder uns nicht in den Schoß gefallen sind.

Uns wird klar: Wir müssen uns auf einen Weg machen- auf den Weg zu unserem Wunschkind. Es hat sich gezeigt, dass dieser Weg keine Kurzstrecke war. Deshalb stellen wir uns zumindest auf eine Mittelstrecke ein.

Noch geschickter wäre es, wenn wir uns auf eine Langstrecke einstellen könnten. Auf einen Weg, der von anfang an ein besonnenes Tempo fordert, ein Weg, auf dem vor allem immer wieder Ruhepausen eingeplant sind. So schützen wir uns davor, uns zu verausgaben. Sollte sich unser Weg zum Kind dann doch als eine Mittelstrecke erweisen, dann umso besser!

 

Das Bergwanderer-Prinzip

 

Es macht also absolut keinen Sinn, in der Kinderwunschzeit  sprinten zu wollen,

Wenn wir einen Berg hinauf wandern möchten, dann rennen wir ja auch nicht los, schauen nicht nach rechts und links, sondern nur zum Gipfel.  Das  wäre nicht nur schade um unsere Wanderung und darum, dass wir vergessen haben, die Aussicht zu genießen,  wir laufen darüber hinaus Gefahr, unser Vorhaben zu gefährden, da wir mit einem gänzlich unangebrachten Tempo in unsere Wanderung starten. So nehmen wir gerne das Bild des Bergwanderers, um es mit dem Kinderwunschweg zu vergleichen. Wir wandern eine Etappe, machen eine Pause, schauen uns um, genießen den Ausblick und nehmen uns eine weitere Etappe vor.  Erst, wenn wir uns erholt haben, wenn wir uns wieder stark fühlen, dann wandern wir die nächste Etappe.

Vielleicht kennen ja einige von Ihnen Luis Trenker noch? Luis Trenker war in den 50er Jahren eine Fernsehfigur, eine Ikone der Bergwanderung und ihm wohnte auch das dazu gehörige typische herzenswarme Gemüt des Bergvolkes inne. Er war ein erfahrener, weiser und sehr betagter Mann, der seine Wanderungen langsam anging, stets ausgestattet mit einem Spazierstock und einem Fernglas.

 

Wenn ich mir nun vorstelle, ich sollte eine Wette abschließen darüber, wer als erstes erfolgreich einen Gipfel erstürmen kann: Ein knackiger junger Mann mit Sprintertalenten, der unmittelbar nach dem Startschuss losrennen würde oder eben „unser Luis-Trenker“, dann wäre für mich vollkommen klar, dass nur Luis Trenker dieses Ziel erreichen kann. Denn er würde sehr besonnen und nahezu unerträglich langsam mit einem Spaziergang in Richtung des Berggipfels beginnen. Er hätte reichlich Proviant dabei und dadurch alle Zeit der Welt. In seinen Augen läge seine Liebe für die Bergwelt, die Lust auf ein Abenteuer und die unbeschreibliche Faszination des Gipfels aber auch der Respekt vor dem Aufstieg an sich. Er würde aufsteigen bis er eine Müdigkeit an sich feststellt. Dann würde er allmählich eine Pause einlegen. Er setzte sich auf eine Bank und würde während einer kurzen Mahlzeit den Ausblick genießen und sich gut einprägen. Er würde nicht auf die Uhr schauen, um die Länge seiner Rast zu bestimmen, sondern sich ganz auf die Einschätzung seiner Kräfte verlassen. Er würde mit allen Sinnen spüren, wann es Zeit ist für die nächste Etappe. Und wenn er dieses Signal empfinge, dann würde er weiter wandern.

Es wird eine Frage der Zeit sein, wann er den Gipfel erreicht.

Und er wird nicht nur den Gipfel erreicht haben, sondern reicher sein an jedem Ausblick, den er genießen durfte, und jeden Gedankens, der ihm unterwegs kam. Er wäre schon am Gipfel um weitere Erfahrungen als Bergsteiger reicher.

 

Übertragen wir doch gerne dieses Bergwandererprinzip auf unseren Kinderwunschweg. Haushalten wir mit unseren Kräften. Verlassen wir uns auf unsere Instinkte. Legen wir Pausen ein, um den Ausblick zu genießen. Und sammeln wir schon auf unserem Weg zum Kind ganz viel über das Elternsein.

 

 

Ressourcen nutzen- dem Kind entgegen gehen.

 

„Für eine Empfängnis brauchen wir ein kleines Wunder!“

 

Wenn wir selbst es wären, die vorsätzlich zeugen oder empfangen könnten, dann würde ja theoretisch fast jeder Versuch in dieser Hinsicht gelingen sollen. Es genügte dann, entweder guten Sex zu haben oder eine medizinische Hilfe in Form einer künstlichen Befruchtung anzunehmen, und wir wären schwanger.

 

Dass das so nicht ist, das wissen wir selbst. Eltern, Mediziner und auch Komplementär-Therapeuten spüren ganz genau: Ohne ein Wunder geht es nicht. Deshalb ist es sinnvoll, im Kinderwunsch in einem angemessenen Respekt vor eben diesem Wunder zu bleiben. Ein Wunder kann niemand erzwingen, auch nicht die Erfüllung eines Herzenswunsches.

Was wir stattdessen tun können, ist dieses Wunder zum einen für möglich zu halten, und zum zweiten, es wahrscheinlicher zu machen. Wahrscheinlicher, durch das erweitern und stärken aller Ressourcen, die im Kinderwunsch eine Rolle spielen können.

Denken  wir erst einmal gründlich darüber nach, wie viele Ressourcen es geben mag, dann können wir zuversichtlich sein, auch für uns selbst einige solcher Ressourcen zu finden, die wir stärken und für uns nutzen können. Ressourcen existieren in unserer körperlichen Gesundheit, in unseren Gefühlen, unseren Ängsten, in unseren Angewohnheiten, in unseren Familiengeschichten, in unserer Partnerschaft und vielleicht auch in unserer Sexualität.

 

Erst, wenn wir genau wissen, welche dieser Ressourcen wir stärken können, dann   sind wir überhaupt in der Lage uns die hierfür passende Unterstützung und alternativer Therapien zu suchen.

 

Nur all zu oft wird dieser entscheidende Schritt ausgelassen, aus lauter Ungeduld vielleicht? In unserer Arbeit steht das Auffinden von Ressourcen an aller erster Stelle. In der Kinderwunschanamnese überprüfen wir sowohl die körperliche Gesundheit, die familiäre Gesundheit wie auch das seelische Erleben des Kinderwunsches. Und erst dann kennen wir die Bereiche, die man stärken kann. Und dann erst entscheiden wir, wie man das macht.

 

Denjenigen, die nicht die Möglichkeit haben, eine solche Strategie mit uns gemeinsam zu erarbeiten, möchte ich aus tiefstem Herzen anraten, dann wenigstens eine solche Strategie für sich selbst zu erarbeiten.

 

Ihr könnt viel Hilfe in den Kinderwunschforen finden. Ihr könnt Euch aber auch selbst genau beobachten. Für eine Frau mit einem gesunden Zyklus wird einfach kein Hormonyoga von Nöten sein. Und eine Frau mit einem ausgeprägten Mutterkonflikt wird keinen Frauenmanteltee benötigen. Sucht und findet Eure Schwächen. Versucht diese zu stärken. Und holt Euch dann nicht einfach nur Hilfe, sondern gezielte Hilfe!

 

 

Was, wenn der Kinderwunsch bereits Ressourcen gekostet hat ?

In einem fortgeschrittenen Kinderwunsch kann es sein, dass bereits vorhanden gewesene Ressourcen geschwächt oder nicht mehr da sind. In diesem Fall stellen wir zuerst diejenigen Ressourcen wieder her, in denen wir einst kraftvoll und gesund waren, und die uns gesund, glücklich und zuversichtlich sein ließen.

 

Vorhandene Ressourcen zurück erobern

„Sich vom Kinderwunsch erholen“

 

Wenn wir uns schon eine gewisse Zeit lang im Kinderwunsch befinden, dann ist es gut möglich, dass wir dabei schon einige Federn gelassen haben, vielleicht sogar, ohne uns dessen wirklich bewusst zu sein. In der Tat aber gehen die Serien allmonatlicher Enttäuschung nicht spurlos an uns vorbei. Und auch gescheiterte Versuche schulmedizinisch unterstützter Empfängnisversuche hinterlassen stets ihre Spuren sowohl in körperlicher Hinsicht als auch in unseren Gefühlen, unserer Zuversicht und unserer Fähigkeit, erneut hoffen zu wollen.

Allein schon über eine längere Zeit vergebens zu hoffen stellt eine enorme emotionale Anstrengung dar, auf die wir weder vorbereitet sind, noch haben wir gelernt, in dieser Hinsicht auf uns Acht zu geben. Da kann es schnell einmal geschehen, dass  wir Zeichen von Erschöpfung übersehen.

 

Kinderwunsch-Burnout

Es ist jedoch wichtig, auf unsere Kraft zu achten: Nur all zu schnell kann man nämlich in einen Zustand geraten, den man auch aus dem Beruf her kennt: In einen Burnout. Nur, dass es sich in diesem Fall um einen Kinderwunsch-Burnout handelt, für den es kaum Therapeuten gibt, die sich auskennen, geschweige denn,  uns dort wieder hinaus begleiten können.

 

Symptome eines Kinderwunsch-Burnouts können Depressionen, Antriebsschwäche, Müdigkeit, Erschöpfung vor allem auch beruflich sein,  sie sind oft begleitet von einem Rückzug vor Freunden, der Gesellschaft -und schließlich sogar vom Partner.

Auch der Körper reagiert nicht nur auf die Folgen zahlreicher Hormonkuren, chirurgischer Eingriffe und der oft immer wiederkehrenden Misserfolge einer versuchten Empfängnis, sondern vor allem auf die emotionale Erschöpfung, besonders der Frau. Wir beobachten als Folgen der Kinderwunschzeit zahlreiche körperliche Symptome: Gewichtsveränderungen, nächtliches Schwitzen, Übelkeit, Kreislaufprobleme, Stimmungsschwankungen, Atemnot, Panikanfälle, Zyklustempoanomalien bis hin zu einer Endometriose, die es zwar als eigenständiges Krankheitsbild auch unabhängig gibt, in diesem Falle aber durch den unerfüllten Kinderwunsch hervorgerufen werden kann.

 

Ich habe mir erlaubt, dieses Bild einmal ausführlich zu beschreiben allein in der Absicht zu sagen: Dorthin wollen wir uns keinesfalls entwickeln. Keine Sorge, das werden wir auch nicht!

Wir machen das ganz anders: Sobald wir Anzeichen einer Erschöpfung feststellen, werden wir uns eine Ruhepause gönnen, und erst dann wieder weitermachen, wenn wir spüren, dass wir wieder kraftvoll weitergehen können- ganz im Sinne des Bergwandererprinzips. Dafür sollten wir unsere eigenen Signale kennen.

 

Wie können sie also aussehen, die Zeichen unserer Erschöpfung? Es wäre ein Irrtum, zu glauben, dass wir in uns eine große Glocke eingebaut hätten, die deutlich vom Dorfanger her zu uns hinauf tönt, um uns zu mitzuteilen,

dass wir eine Pause benötigen. Das ist so nicht. Selbst wenn es so wäre, wir würden vermutlich sogar eine volle Detonation unmittelbar vor unseren Ohren nicht hören, ganz einfach, weil wir sie nicht hören wollen, weil wir für eine lange Zeit sehr anfällig für den inneren Mechanismus bleiben, den Kopf herunter zu nehmen, und vorwärts mit dem Kopf durch die Wand zu wollen.

 

Doch das ist eine Flucht nach vorne und wir kommen nicht umhin: Wir müssen auf unsere feinen Signale hören, und um diese überhaupt hören zu können, müssen wir gut auf uns achtgeben lernen. Die uns gegebenen Signale sind zahlreich, wie viele kleine Miniatursignale, die wir hier und dort empfangen.

 

Wir sollten das ausprobieren. Und wir sollten im gleichen Moment davon ausgehen, dass wir auch damit zunächst auf der Nase landen können, denn es ist immer schwer, alte Verhaltensweise gegen neue einzutauschen, ganz egal, wie gut und vernünftig die neuen sind: Es wird eine Zeitlang dauern, bis auch unser Verstand gelernt hat, sich auf die neuen Spuren im Schnee zu verlassen. Bis dahin aber befinden wir uns in einer Übungsphase, in der wir es uns gestatten dürfen, bisweilen zu scheitern und wieder von vorn zu beginnen. Wandern wir also los. Und sobald wir feststellen, dass wir wieder losgesprintet sind, setzen wir uns einfach auf die nächste Bank, gönnen uns eine Ruhepause und versuchen es erneut- in der richtigen Art und Weise.

 

Wie ein solcher Lernschritt aussehen kann, möchte ich gerne mit einer kleinen Geschichte aus der Praxis erklären:

 

 

„Meine Frau will nicht mehr aufstehen!“

 

Susanne und Paul kamen zu uns nach Tremmen, als sie nach mehreren gescheiterten reproduktionsmedizinischen Versuchen schon einigermaßen erschöpft waren. Wir erarbeiteten folgende Strategie mit ihnen:

Bevor sie in einen weiteren Zyklus schulmedizinischer Unterstützung gingen, sollten sie sich zunächst körperlich und emotional von den zurückliegenden erholen. Wir stellten uns vor, dass beide wieder in die Kraft kommen sollten, in der sie noch waren, bevor sie in die aktive Kinderwunschphase gekommen waren. Gemeinsam erstellten wir eine Liste von Ressourcen, die es wieder herzustellen galt.

 

Entgiftung:

Susanne hatte das Gefühl, dass die vielen Arzneimittel ihren Körper noch immer belasteten. Auch hatte sie in der Kinderwunschzeit etwas zugenommen und manchmal das Gefühl, einen aufgeblähten Bauch zurück behalten zu haben.

Strategie: Entgiftung, in diesem Fall mit Nux vomica C 30, eine Gabe pro Woche über einen Monat lang. In dieser Zeit wollten Susanne und Paul viel frisch selber Kochen und ab und zu in die Sauna gehen.

 

Entspannung:

Besonders die Zeiten zwischen den Embryonentransfers und dem erst zwei Wochen später erfolgenden Schwangerschaftstest waren ganz besonders für Susanne eine fast unerträglich spannende Zeit. Susanna konnte seit dieser Zeit nicht mehr gut durchschlafen und hatte manchmal das Gefühl, als würden ihre Nervenzellen „brutzeln“. Der Gedanke, vielleicht niemals ein Baby in ihren Armen halten zu dürfen, ließ sie verzweifeln.

Strategie: Folgen von Angst und Anspannung: Aconitum C 30, eine Gabe pro Woche einen Monat lang.

 

Ruhepause:

Die beiden wollten sich eine Pause von zwei oder drei Monaten gönnen, um Abstand von allem zu gewinnen. In dieser Zeit wollten sie auf jeden vorsätzlichen Sex verzichten und statt dessen einfach ihren Gefühlen vertrauen. Für Susanne erschein der Gedanke, für einige Zeit nicht an der allmonatlichen Babylotterie teilnehmen zu müssen, sehr verlockend. Sie wollte in den nächsten Monaten einfach davon ausgehen, dass sie auf jeden Fall menstruieren würde. Das würde ihr den Stress um die Frage: „Bin ich schwanger oder nicht?“ vorrübergehend nehmen können. Susanne wollte abwarten bis sie das Gefühl hatte, der Stress hätte sich gelegt, und sich dann erst erneut in eine weitere Kinderwunschrunde begeben.

 

Das Glück der Eltern steht im Mittelpunkt:

Diese Pause vom Kinderwunsch wollten beide nutzen, um sich partnerschaftlich wieder mehr anzunähern. Die Aussicht auf kalenderfreien Sex gefiel beiden sehr gut.  Sie hatten auch sofort Ideen, von schönen Angewohnheiten innerhalb der Beziehung, die in den letzten Monaten und Jahren unmerklich auf der Strecke geblieben waren. Der Gedanke, an ein gemeinsames Vollbad mit einem Glas Rotwein bei Kerzenschein motivierte sie, in der Partnerschaft wieder kreativer zu werden.

 

Bereits einen Monat nach ihrem Besuch bei uns, bekamen wir eine E-Mail mit der Information: „Es geht uns ausgesprochen gut, wir möchten uns viel mehr Zeit lassen mit unserer Pause und wir sind zuversichtlich, dass wir in einen erneuten Versuch auch mit neuen Kräften gehen werden.“.

 

Erst ein Jahr später vereinbarten sie einen weiteren Termin bei uns. Paul begrüßte uns mit den Worten: „Heute Morgen fiel mir auf, dass meine Frau nicht mehr aufstehen will, und das, obwohl sie eine ausgesprochene Frühaufsteherin ist. Mit Susanne stimmt etwas ganz gewaltig nicht, und ich habe Angst, dass sie nicht mehr leben möchte. Da habe ich sie schnell hierher gebracht “.

 

Susanne und Paul waren für einen guten Zeitraum kraftvoll gewesen, hatten die Zeit für sich genossen, und sie waren auch vollkommen übereinstimmend dann in den nächsten Repro-Versuch gegangen. Bis dahin war alles in Ordnung.

Worauf sie aber nicht vorbereitet gewesen waren, waren all die Untersuchungen und Diagnosen und deren unmittelbare Verunsicherungen, die diese manchmal bewirken können.  Man hatte Susanne eine Gelbkörperschwäche bescheinigt und diese Diagnose hatte sofort Angst in ihr ausgelöst. Eine alte Angst, wie sie uns erklärte, und mit dieser alten Angst seien all ihre alten emotionalen Mechanismen wieder wie aus dem Winterschlaf erweckt ins Wirken gekommen und hatten sie inzwischen schon regelrecht erschöpft.

Allein ein ermutigendes Gespräch half hier schon ein wenig, wir holten die besseren Strategien wieder in den Vordergrund und erklärten Susanne, dass eine Diagnose manchmal einen richtigen kleinen „Schock“ auslösen kann, das nennen wir humorvoll einen „Diagnoseschock“. Zur Unterstützung empfahlen wir: Aconitum C 30 eine einmalige Gabe. Das Paar entschied sich von selbst für eine weitere Kinderwunschpause.

Außerdem beschlossen wir, eine weitere IFV körperlich, emotional und homöopathisch vorzubereiten.

 

Hilfreiche Mittel gegen Angst:

 

Wir werden an anderer Stelle berichten, wie diese Kinderwunschgeschichte weiterging. Hier und jetzt soll sie dazu beitragen, zu verstehen, wie emotionale Mechanismen in uns wirken. Und sie soll Mut machen auch in dem Fall, wenn wir wieder ein wenig zurück fallen in Angst und Stress. Das Aconitum C 30 ist übrigens in solchen Fällen immer wieder das erste Mittel der Wahl.  Auch die Bachblüten-Tropfen „Rescue Remedy“- nach Dr. Edward Bach zeigen hier immer wieder ihre gute Wirkung. Man nimmt sie über einige Tage hinweg immer wieder. Und wenn der Rückfall nur ein „kleiner“ ist, dann hilft oft eine Zwischengabe Vanilla C 30, die Vanille ist dann wie ein „Trösterchen“ zwischendurch und gibt uns Kraft, wieder zu unserer Strategie zurück zu finden.

 

Unsere kleine Geschichte mag schon aufgezeigt haben, dass uns manchmal Ressourcen allein schon durch den Kinderwunsch selbst verloren gehen können.  Deshalb möchten wir nun dich wichtigsten solcher Ressourcen vorstellen und sogleich auch Strategien aufzeigen, die sich als hilfreich erwiesen haben:

 

Sich vom Kinderwunsch erholen- eine kleine Pause einlegen

 

Sobald wir bemerken, dass der Kinderwunsch uns erschöpft, sollten wir eine Pause einlegen, um uns zu erholen. Die Anzeichen einer solchen Erschöpfung sind nicht immer gleich die eines Kinderwunschburnouts. Es sind eher kleine Zeichen, die wir vorwiegend im Gemütsleben feststellen können und auch hier sind sie vielfältig und  leicht zu übersehen. Auch ist es nicht so, dass jede Frau die gleichen kleinen Zeichen erhält, und auch nicht alle zugleich. Es scheint, als hätte eine jede Frau ihre eigenen kleinen Signale, die ihr Körper ihr übermittelt, um ihr den einen oder anderen Hinweis zu geben. Die wichtigsten von ihnen möchten wir hier vorstellen:

 

·        Mangel an Lebensfreude und Humor

·        Mangel an Zuversicht und Vertrauen, der sich auch in andere, nicht den Kinderwunsch betreffende Bereiche ausdehnen kann.

·        Emotionaler Rückzug

·        Stimmungsschwankungen

·        Rückzug von Freunden und Veranstaltungen

·        Entfernung vom Partner

·        Gewichtsveränderungen

·        Appetitveränderungen

·        Nächtliches Schwitzen

·        Übelkeit

·        Kreislaufprobleme

·        Durchschlafprobleme oder generell empfindlicher Schlaf

·        Müdigkeit

 

Die Strategie ist hier ganz klar, eine Pause einzulegen. Es muss nicht bei jedem kleinen Anzeichen einer Müdigkeit oder Erschöpfung gleich eine große Pause eingelegt werden, so wie das im Falle von Susanne und Paul der Fall war. Es gibt doch auch kleine Pausen. Manchmal genügt es auch, nur inne zu halten. Die Intensität der Signale und das Ausmaß der Pause kann jeder für sich selbst bestimmen. Die Pause selbst nutzen wir gerne, um zwei wichtige Ressourcen für uns zurück zu erobern: Um selbst wieder ein Stück „die alten“ zu werden und um unsere Partnerschaft wieder zu dem zu machen, was sie einst war: Zum Mittelpunkt unseres Glückes.

 

Wieder die Frau werden, die ich war, bevor ich einen Kinderwunsch hatte.

 

Der Alltag ist alles , was du hast!

 

Wer war ich, bevor ich einen Kinderwunsch hatte? Wie viel glücklicher war ich, wie viel hoffnungsvoller, wie humorvoll und wie hingebungsvoll meinem Partner gegenüber?

Wenn ich mich nun fragen würde: „Hast Du heute schon gelächelt?“- wie wohl würde die Antwort auf eine so einfache Frage ausfallen?

Sobald ich solche oder ähnliche Fragen in meiner Praxis stelle, schleicht sich der Ausdruck einer Nachdenklichkeit und von Sehnsucht in die Augen meiner Patientinnen. Der Blick, den sie dann anschließend wieder mir schenken spricht ein lautes „ Ja, du hast Recht, mir sind viele Dinge verloren gegangen“.

 

Sollten wir in unserer Kinderwunschzeit eine Pause einlegen, dann können wir sie zunächst nutzen, um selbst wieder all die Qualitäten zurück zu gewinnen, die wir selbst an uns so liebten, und die einen großen Teil unseres Lebensglückes ausmachten.

 

Halten wir also gerne inne. Tun wir wieder etwas nur für uns selbst. Oft sind dies kleine Dinge des Alltags und welche das  sind, das kann jede von uns ganz nach ihren Vorlieben entscheiden. Das mag ein Saunabesuch sein, ein Besuch beim Frisör oder im Nagelstudio, ein ausgedehntes Shopping mit einer guten Freundin.

 

Eine ausführlichere Information insbesondere auf das Arbeiten mit seelischen Vorbehalten im Kinderwunsch finden sie in unseren Büchern: „Babygeflüster“ und „Gelassen durch die Kinderwunschzeit“, sowie in dem  Buch: „Emotionalkörpertherapie“