Home
Foren
Kinderwunscharchiv
Fruchtbarkeitsmassage
Trauer

Seminare
Bücher von Birgit Zart
Kontakt
Impressum, Datenschutz und Co











 
Lieblingspostings
Chapter OneNegativ-ProgrammePositiv-ProgrammeKontrolle und SahnehäubchenDer Gral und die ObstschaleKinderwunschzeit als LernphaseSag: "Ja, ich will! " zum KinderwunschZyklus durcheinander nach AusschabungWer darf ein Baby haben und wer nicht ?Wenn Kinderseelen sprechenMutmachende Sätze im KinderwunschMathematik und EmpfängnisFrau Holles neue Spur im SchneeEin Weiberclan, ein Portal und ein KongressDer Traum vom Hohen RatDas Märchen von der traurigen TraurigkeitDas erste GebetWas wird aus unseren Beschützern in der Kinderwunschzeit?Mein Zyklus macht mich noch verrücktMänner in HäschenstellungIch bin Dein KindDie Kraft vom DankeschönDer Gral und die GoldmarieDas HöhlenpostingEine Reise zur FruchtbarkeitNeues von der FruchtbarkeitDas Leben spendende PrinzipLieblingspost 1

Kontrolle und Sahnehäubchen

 

 

Hallo, ihr LIeben,
Hallo liebe Anna,
hm... zuallererst habe ich das Bedürfnis, einmal zu beschreiben, was ich da lese..

Die Stimulation einer Frau bringt keine ausreichend befruchtbaren Follikel hervor.
Sie fragt sich, ob es eine Ursache gäbe, die bei ihr liegt.
Und hat dann die Idee, es könnte damit zu tun haben, dass sie in ihrem Betätigungsfeld im Prizip unglücklich und unterfordert ist.



Das ist jetzt mal ganz kurz und auch nur sehr angerissen.



Ich tu das, weil ich als ersten Schritt einmal die Schuldfrage aufzeigen will.

Dazu neigen wir Frauen, wir Menschen nämlich.
Alle Dinge, die uns traurig machen, uns Angst machen, die sollten aus unserer "Sicherheitssicht" immer auch eine Ursache haben.
Eine solche Ursache zu kennen, gibt uns Sicherheit.
Denn dann brauchen wir sie nur auszuräumen.
Und alles ist wieder gut.

Dass das so nicht funktioniert, das wissen wir zwar.
Aber ganz automatisch reagieren wir doch so.

Ich würde fast sagen, dass du das auch ein bisschen tust:
Ursache suchen.
Frag dich, was tu tätest, wenn du sie kennen würdest, die Ursache.
.. ja, du würdest vermutlich versuchen, sie aus dem Weg zu räumen.

Und du fragst mich, ob du richtig liegst.

Da kann ich nur mit einem liebevollen, klaren "nein" antworten



Die eine wichtige Erkenntnis ist: Es gibt keine Schuld in dieser Angelegenheit.



Meistens gibt es ja auch keine Ursache.
Also kann unsere Reaktion auf solch schmezliche Dinge eigentlich immer nur wieder "Hingabe" sein.

Hingabe an das Leben.
Vertrauen in unser Gefühl.
Und die Sicherheit, das richtige zu tun, die richtige Entscheidung zu treffen.
Eins zu sein, mit unserem heiligen Raum.



So würde ich die Diskussionen - zunächst - trennen.



Es scheint mir eine regelrecht Verpflichtung an uns selbst zu sein, dass wir uns bemühen, erfüllt von unserem Beruf zu sein.
Das ist furchtbar leicht gesagt.
Aber es ist noch einfacher zu sagen: Das geht sowieso nicht.
Nähern wir uns dieser unserer Verpflichtung uns selbst gegenüber doch vielleciht Schritt für Schritt an.
Auch, wenn das manchmal ganz schön viel Mut braucht.



Das mal dazu.
Heike hat das ja auch schon so schön beschrieben.



Es gibt einen Gedankengang, da kann ich diese beiden Punkte zusammenbringen.
Ich nenne es die "Zwanghaftigkeit" von Kinderwunschfrauen.
Kein schönes Wort, merke ich mal wieder, ich muss mir unbedingt ein besseres einfallen lassen..

Ich beschreibe euch noch einmal, wie ich Kinderwunschfrauen oft "wahrnehme".

Stellt euch einen Berg Pfannenkuchen vor.
Ganz oben liegt einer, der heißt Trauer.
Unabhängig davon, wie unsere Trauer aussieht, oder begründet ist, sie ist da. Sie zeigt sich mannigfaltig. Oft in Wut, in Resignation, Depression, Schlaflosigkeit, manchmal in kalten Händen und Füßen und Isolation, und dem Gefühl, von anderen einfach nicht mehr verstanden zu sein.



Nehmen wir diesem Pfannkuchen weg, können wir den sehen, der darunter liegt. Es ist die Angst.


Auch sie zeigt sich ganz unterschiedlich. Angst, zu versagen, Angst, niemals im Leben ein Baby auf dem Arm zu halten. Oder auch einfach nur Angst, Angst vor den großen und kleinen Dingen des Alltags.



Rollen wir diesen Pfannenkuchen auch nur ein ganz kleines Stückchen zur Seite,
dann können wie sie wieder sehen: die Hoffnung.


Die Hoffnung steckt immer hinter der Angst.
Auch die gute Hoffnung.
So haben tatsächlich nahezu alle Kinderwunschfrauen "Angst vor der Hoffnung".
Es stellt sich genauso in ihren inneren Bildern da.



Das wisst ihr aber alles schon.
Wir sprachen schon oft darüber.



Nun hat unser Pfannekuchenberg aber noch ein Sahnehäubchen.
Und dieses Häubchen heißt : Kontrolle.



Tragen wir unseren- vielleicht inzwischen kalt gewordenen -Pfannekuchenberg lange genug mit uns herum, dann beginnen wir allmählich, ihn zu krönen.
Denn wir werden nach und nach bemüht sein, all dieses zu kontrollieren.



Wir kontrollieren nicht nur unseren Eisprung und unsere Temperatur, nein, der Hang zur Kontrolle weitet sich aus.
Wir kontrollieren unsere Lebensgewohnheiten, unsere Leidenschaft, unsere Ernährung, unsere Partner, uns selbst.



Und merken dann oft eine ganze Zeitlang nicht, dass unser "Krönchen" einen immensen Presi kostet: den Preis unserer Gefühle.



So kann es sein,d ass wir die Haustür eines Tages nicht mehr fegen, weil wir Lust darauf haben, weil wir es tun, in der Vorfreude: Gleich ist sie schön sauber.

Sondern, wir fegen, weil gefegt werden muss.

Wir schreiben, weil geschrieben werden muss.

Wir lieben, weil geliebt werden muss.

Wir leben weil gelebt werden muss.

Wir hoffen, weil gehofft werden muss.



Es ist in der Tat so, dass ein Mensch nie nur in einer einzigen Hinsicht aufhört , zu leben.
So etwas geschieht generell.
So etwas schleicht sich ein.
Und geschieht ratz-fatz.



Jedem kann das passieren.
Es ist nur wichtig, dass wir dies erkennen, und zwar recht bald.
Und von unserem Berg immer zu allererst das verkrustete Hütchen entfernen.



Ja, so viel steckt dahinter, wenn ich immer wieder schreibe: schmeisst die Thermometer in die Mülltonne.
Es geht nicht nur ums Thermometer.



Es geht darum, die Kontrolle gehen zu lassen, für unser Lebensgefühl.



Generell.



Denn man kann nur generell "leben" , oder es eben nicht tun.



Wenn wir also merken, wir handeln nicht mehr nach unseren Gefühlen, wagen es uns nicht mehr, mal wieder so zu sein, wie die kleinen Kinder, dann wird es höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen.



Und sich das Leben mal vorzustellen, wenn es frei ist und ungebremst.
Dann kann das Leben sich uns wieder schenken.



Und, wer weiß, vielleicht können dann auch wir wieder ein kleines Stückchen besser, auch selbst Leben schenken.



Irgendwie ist das doch so: Man kann nur etwas schenken, was man selbst besitzt, nicht wahr?


Nachdenkliche, ganz herzliche Grüße

Biggi

 

11. Juni 2003