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Neues von der Fruchtbarkeit

 

 

Nachhilfe :-) "Neues von der Fruchtbarkeit"

Neues von der Fruchtbarkeit



Wenn man mit den Herzen der Menschen arbeitet, dann kann man aus ihnen ganz und gar andere Dinge lesen, als sie vielleicht in Schulbüchern steht.
Ich lese gerne Bücher.


Aber ich bin auch eine Herzensleserin.



In einem Buch lesen könnt ihr sicherlich alle.
In den Herzen der Menschen zu lesen, das mag für manche noch ein wenig neu sein.



Ich möchte euch daher gerne etwas abgeben aus meinem Nähkästchen, euch teilhaben lassen an der einen oder anderen Quintessenz vom Weg der Heilung.



Ihr kennt sie längst alle. Die inneren Bilder unseres Seelenlebens. Wir arbeiten schon lange mit ihnen. Es gibt unter ihnen immer einige wenige Bilder und Zusammenhänge, die merke ich mir besonders gut, nämlich dann, wenn durch ihre Auflösung eine Heilung in Gang gesetzt wurde.


Jede von euch, die je in einem meiner Seminare war, weiß ganz genau, was ich meine, hat in diesen inneren Bildern schon gearbeitet, hat sie auflösen können. Aber auch diejenigen unter uns, die schon mal bei einer systematischen Familienaufstellung dabei waren, oder an einer Sitzung Psychokinesiologie oder ähnlichem teilgenommen haben, kennen diese Art der Arbeit..



Wir schauen uns an, was unser Unterbewusstsein von dem einen oder anderen unserer Probleme hält. So in etwa, kann man das glaube ich sagen. So bekamen wir viele Antworten auf viele Fragen, die wir stellten.. Mal in Hypnoseeinzelsitzungen, in der Emotionalen Körpertherapie, und auch während so einiger systemischen Aufstellungen, in denen wir immer wieder Kinderseelen, Fruchtbarkeit, Babyverteiler etc aufstellten.. Dieses Wissen, welches wir hier erhalten haben, das möchte ich euch nun einmal zusammenfassen. Es gibt ganz viele unter euch, die an der Entstehung dieses Wissens unmittelbar beteiligt waren und sind. Mein Dank an alle !


Nicht alle sind schon so lange hier, oder lesen immer fortlaufend mit, so dass ich vorab gerne ein Paar Formulierungen erklären möchte, die ebenfalls hier im Forum oder der Arbeit drumherum entstanden sind:


"Der heilige Raum":
Hiermit ist der Bauchraum gemeint. Er entstand eines Tages, als eine 47 jährige Schwangere eigentlich zur Fruchtwasserspiegelung gehen wollte. Kurz zuvor jedoch kamen ihr Zweifel. Weil sie nicht wusste, wie sie nun entscheiden sollte, beschloss sie, einfach ihr Kind selbst zu fragen. Sie lies sich in einen sehr tiefen Entspannungszustand versetzen und begann mit dem Babytalk. Beim Babytalk können sich die Mutter und das Kind, mit dem sie schwanger ist (oder auch noch nicht schwanger) sich regelrecht unterhalten. Es gibt oft viele Fragen oder Ängste , die die Mütter ihren Kindern mitteilen. So war es auch bei dieser Frau. Als sie dann an die Stelle kam, an der sie ihr Kind fragte, ob sie diese Fruchtwasserspiegelung nun machen solle oder lieber nicht, da bekam sie eine höchst merkwürdige aber auch feierliche Antwort: "Aber doch nicht in den heiligen Raum!!!!".


Zunächst verstanden wir das nicht so ganz, fragten also noch einmal nach und verstanden dann, dass diese Kind es nicht wünschte, dass man mit irgendwelchen Instrumenten in den "heiligen Raum" eindringe.
Seither nennen wir den Bauchraum der Frau gerne auch einmal den heiligen Raum, es ist ein schöner Begriff, finde ich. Und ich finde es heilsam, unserem Bauch, den wir oft nur mürrisch begegnen, auf den wir oft noch nicht gut zu sprechen sind, weil er uns entweder unseren Eisprung nicht fristgerecht liefert, oder weil wir weder Mens noch die Schmerzen dazu haben wollen, ja, den wir - der aktuellen Kindfrauenmode entsprechend- auch noch anfangen , ihn vollkommen wegzuhungern, nun endlich einmal einen Namen geben zu können, der all den Wundern, die er ja ebenfalls zuwege bringt, endlich einmal gerecht wird.


Wenn ich an den heiligen Raum denke, mir dabei vielleicht meine Hand auf den Bauch lege, dann fühlt sich das ganz anders an, als sagte ich einfach nur Bauch. Es ist der Begriff des heiligen Raumes, der mir klar macht, welche Wunder er tagtäglich vollbringt, unabhängig davon, was ich von ihm erwarte. Er wirkt nach den Gesetzen der Natur und der Evolution. In ihm kann Leben heranwachsen. Und unaufhörlich tut er in jeder Minute unseres Daseins genau das Richtige, um dieses Sicherzustellen und zu vollbringen.



Der heilige Raum kann nicht kontrolliert werden, und er will es auch nicht.


Zu groß sind all die Wunden, die ihm in Jahrtausende alter Geschichte immer wieder zugefügt wurden. Wie viele Misshandlungen, Vergewaltigungen, Beschneidungen sind ihm wiederfahren, nur weil er der Sitz einer Macht ist, die die Gesellschaft oder Patriarchen gleichermaßen fürchteten und neideten. In diesem Zusammenhang habe ich auch endlich eine Idee davon, warum man sagt, Jesus sei das Kind einer Jungfrau und die Folge einer unbefleckten Empfängnis. Vielleicht ist ja damit eine wirklich ganz, ganz reine Vereinigung gemeint, die im heiligen Raum, dem Sitz der Macht heranreifen durfte? So verstehe ich dann auch die Reinheit, die die Jesusfigur für uns darstellen kann, sie wird begreifbarer für mich allein dadurch, dass ich fühlen kann, was ein heiliger Raum ist.



Gut das ist ganz schön philosophiert. Kommen wir zurück zur Praxis.
Ich möchte euch von einem Phänomen erzählen, dem ich immer wieder während der Fruchtbarkeitsmassage begegne. Manchmal kann es nämlich sein, dass wenn ich die Gebärmutter berühre, tief in den Bauch drücke, und sie dann massiere.die betreffende Frau dann unmittelbar in Tränen ausbricht. Es sind keine schmerzenden Tränen, sondern Tränen der Rührung , und die Aussagen dazu sind alle sehr ähnlich: "Mach weiter Biggi, das sind gute Tränen, das ist nicht schlimm sondern etwas Gutes. Man hat immerwieder in meine Gebärmutter hineingeguckt, in sie hineingepiekt, sie villeicht aufgeschnitten und dann wieder zugenäht, aber dies ist der erste Moment, an dem jemand meine Gebärmutter wirklich und wahrhaftig berührt. Ich glaube , nicht ich weine vor Rührung, sondern es ist meine Gebärmutter, die da weint und deren Kanal ich gerade bin".


So, oder so ähnlich sind die Rektionen der Frauen. Immer wieder.



Da wurde mir erst klar, welch eine Verletzung jeglicher Eingriff für unseren heiligen Raum bedeutet. Und das gilt auch für Blinddarmschnitte, Kaiserschnitte, Bauchspiegelungen und die Entnahme der Eizellen, oder Operationen bei Eileiterschwangerschaften, etc. Ich erlebe das so: Die Frauen erzählen mir ihre Geschichte, und wenn sie an die Stelle irgendeiner solcher Verletzungen kommen, dann fangen sie mitten im Erzählen an zu weinen, und wissen gar nicht so recht, warum sie jetzt weinen.


Ich weiß es inzwischen, und das ist auch der Grund, weshalb ich hier eigentlich grundsätzlich versuche, schon mal mit einer Gabe Aconitum C 30 zu helfen, wenn ich denn weit weg bin.


Bin ich aber da, ist diese Frau bei mir, dann versuche ich,. Dieses tiefe Trauma wieder aufzulösen, und das geht nur über einen einzigen Weg: Der Wiederanerkennung des heiligen Raumes. Es ist egal, welchen Weg man dafür wählt, welche Technik, oder welche Therapie, wichtig ist nur, dass diese Wiederanerkennung am Ende vollbracht wird. Oft ist auch eine regelrechte Erklärung und eine Entschuldigung an den heiligen Raum nötig.


Es ist nun einige Jahre her, dass ich das erste mal diesen Begriff hörte. Dann begleitete er mich immer wieder, und in letzter Zeit habe ich das Gefühl, ich begegne ihm öfter als sonst, er ist präsenter, fordernder ja vielleicht verzweifelter, deshalb fühlt es sich für mich jetzt richtig gut an, ihn euch einmal im Zusammenhang vorstellen zu können.
Im wahrsten Sinne des Wortes, denn nun könnt ihr ihn euch auch alleine "vorstellen".



Also: Wir sind in Zukunft bitte nett zu uns, zu unseren wundervollen Bäuchen, unseren "heiligen Räumen" und respektieren ihn und uns angemessen.
Und nie wieder versuchen wir ihn, zu kontrollieren.
.


Weil er nicht kontrollierbar ist. Weil er diesen Versuch einer Kontrolle nicht mag, denn sie entzieht ihm unseren Respekt. Und, weil wir selbst ja auch nicht kontrolliert werden wollen.



Wir geben ihn frei aus unserer Schuld und unserer Verantwortung.
Damit er nicht in einen Konflikt mit uns verwickelt ist, sondern sich endlich um seine eigentlichen Aufgaben kümmern kann.


Nun wollen wir uns um die Fruchtbarkeit kümmern.
In der Arbeit sind wir ihr oft begegnet. In den systemischen Aufstellungen stellen wir sie grundsätzlich immer schon gleich mit auf.
Wie lange habe ich ihr meine Aufmerksamkeit gewidmet, wie lange schon lerne ich von ihr.


Da wunderte es mich schon, dass sie auf dem Weg unserer Kinderseelen in den heiligen Raum gar nicht so die Rolle spielt, die ich ihr immer zugedacht hatte. Oft sagt sie "Ich bin was ich bin. Ich bin nur durch mich selbst definiert. Bin nicht groß, nicht klein, nicht gut , nicht böse, bin nur , was ich eben bin.".
Nach und nach wurde uns klar: es ist nicht die Fruchtbarkeit allein, um die wir uns kümmern müssen, denn sie ist nur ein Teil von vielen, die zusammenwirken müssen, damit ein Kind zu uns findet.


Vor gut einem Jahr begegnete ich ihr. Sie stellte sich dar als uralt, sehr weise, aber auch sehr verletzt. Heute endlich verstehe ich ihre Verletzung, denn sie ist die Bewahrerin des heiligen Raumes!


So wird auch klar, dass wir mit ihr sehr ähnlich umgehen müssen, wie mit dem heiligen Raum an sich.


In den letzten Monaten dann begegnete ich immer wieder auch einer anderen Fruchtbarkeit. Empfand ich die "alte" so ganz alt und #### und so ähnlich wie diese Fruchtbarkeitsfiguren die man in Mittelamerika und bestimmt auch hier und dort wo anders auf der Welt sehen kann, aus Holz oder Stein gehauen, meist sitzend mit einem reisengroßen Bauch, so traf ich plötzlich - und dann immer wieder- auch eine andere: eine schlanke junge Schönheit mit langem blonden Haar. Manchmal hat sie auch ganz viele Schleier, mit denen sie die Frau mit der sie gerade kontaktet regelrecht zu umgeben scheint, diese ist eine ganz, ganz alte Version der Fruchtbarkeit, die so vor 15 Jahren in etwa sogar hin und wieder als so eine Art Skelett in Schleiern erschien. So jedenfalls erlebten es meine Patientinen.



In den Aufstellungen in diesem Jahr begann die Fruchtbarkeit, auch endlich einmal , Forderungen zu stellen, und sich so darzustellen, damit wir verstehen konnten, was ihr fehlt.


Ich versuche dies einmal zusammenzufassen, bitte aber doch die Frauen, die dies mitermöglicht haben, mich hier bitte noch zu ergänzen.


Die Fruchtbarkeit ist verletzt. Ähnlich, wie es auch der heilige Raum ist, dessen Bewahrerin sie ist. Das ist die alte Fruchtbarkeit, die mit dem dicken Bauch.
Nur dadurch, dass wir ihr immer wieder den allergrößten Respekt entgegenbrachten, konnten wir Kontakt mit ihr halten. Tatsächlich hat sie allem Anschein nach einen Teil ihrer Aufgaben vergessen in all ihrer Angst und Trauer. Einmal baten wir sie darum, doch unseren Kinderseelen zu helfen, zu uns zu finden, da war sie richtig erstaunt und sagte, sie hätte das vergessen, und sie begänne nun schwach, sich zu erinnern.


So, wie es mir nun scheint, hat sich diese alte Version der Fruchtbarkeit zwar in geringem Maße verändert, es entstand aber gleichzeitig noch eine zweite Version, nämlich die der jungen Fruchtbarkeit, die sich uns sehr zart, schlank und ein wenig schüchtern vorkam. Wir erinnerten sie an die Liebe, die Leidenschaft, an Erfüllung und Orgasmus. Und nach und nach wurde sie immer schöner und vollendeter.



Kann das sein, dass die "alte" Fruchtbarkeit nun eine "neue" kreierte, eine, die den Ansprüchen der heutigen Zeit besser entsprechen kann, oder die sich entwickeln kann, ohne all diese schrecklichen Traumen der Vergangenheit? Ich weiß es nicht. Ich kann nur hoffen, dass wir all dies nach und nach herausfinden dürfen.



Eines jedoch fand ich richtig spektakulär. Im Salzburgseminar nämlich führte ich alle Teilnehmer in einer Traumreise an einen Ort, an dem sie der Fruchtbarkeit begegnen sollten. Das tu ich manchmal. Aber immer in einer leicht abgewandelten Form, und diesmal war dieser Ort ein wunderbarer Teich. Da staunte ich nicht schlecht, als eine Teilnehmerin (Liebes, bitte hilf mir hier gerne weiter, denn du kannst das ja viel besser beschreiben, als ich) sagte, sie wäre zwei Fruchtbarkeiten begegnet. Einer alten, die aussah wie eine alte Indiofrau, und eine junge, schlanke, mit langen blonden Haaren. Jede hatte andere Eigenschaften und Aufgaben. Ich glaube (hilfe!!!), die alte Fruchtbarkeit lies die Teilnehmerin spüren, wie es ist, selbst wieder ein Baby zu sein, nahm sie als Baby in die Arme. Die junge Fruchtbarkeit hatte zuvor gesagt, sie könne ein Baby haben, wenn sie sich erinnere, wie es war, als sie selbst ein Baby war. Drücken wir die Daumen, dass die betreffende Frau uns dies hier noch einmal genauer beschreibt.



Nun zu den Kinderseelen.
Immer auch stellen wir die Kinderseelen mit auf . Manchmal als die ungeborenen Kinder der Person, die wir aufstellen, manchmal aber auch ganz abstrakt, eben so als die Kinderseelen allgemein und an sich. Auch hier finde ich einiges wissenswert.
Wir fragten die Kinderseelen, ob sie geboren werden möchten.
Antwort: "Ja und nein".
Wir fragten sie, ob sie geboren werden müssen.
Antwort: "Nein".
Wir fragten sie, wie sie denn geboren werden können.
Antwort: "Wenn wir es wollen, und unsere Eltern es wollen. Und zwar: Bedingungslos!!!!!"
Wir fragten sie, was denn geschähe, wenn sie über lange Zeit nicht geboren werden können.
Antwort: "Dann werden wir immer schwächer!.
Wir fragten, was sie denn bräuchten, damit auch die schwachen Kinderseelen endlich geboren werden könnten.
Antwort: " Dann brauchen wir starke Mütter!".



Ihr lieben, ich finde, dies braucht keine weiteren Kommentare. Diese Antworten sprechen genau in dieser Kürze aus, was sie zu sagen haben. Nur manchmal wünschte ich, mir würden noch viel, viel bessere Fragen einfallen, wenn sie denn endlich mal zu uns sprechen, aber vielleicht kommt das ja noch.



Flugzeuge.
Die meisten von uns kennen diesen Begriff schon, ich fasse noch einmal das wichtigste zusammen:
Eines Tages schrieb ich - einfach so nebenbei dachte ich- im Forum, was mein Jüngster so von sich gegeben hatte.
Kilian war nämlich eines Morgens dabei, mal wieder alle unsere Cds zu hören (und dabei tüchtig durcheinander zu bringen), als plötzlich ein Song von Nena ertönte, es war so wie: "hier bei uns auf dem Mond steht ein Auto......" Schon bevor dieser Refrain kam, stürzte Kilian zu mir in die Küche und sagte: "Mama, hör mal, von da kommen wir alle her!1"
Er war richtig aufgeregt. Ich hakte nach und fragte, wie das denn ginge, wie denn die Kinder zu ihren Muttis kämen und er antwortete: "Na, sie nehmen ein Flugzeug".
Da fragte ich noch, warum denn so viele Kinder zu ihren Eltern kämen. Antwort: "Na, weil es so viele Flugzeuge gibt".
Es war nicht besonderes. Ein kleines Erlebnis aus meinem Alltag , dachte ich. Damals scherzten wir ab und an, wollten uns auch ein Flugzeug bestellen für unsere Kinderseelen.



Einige Monate später machten wir in Herzberg mal wieder eine systemische Aufstellung, und ich durfte die Kinderseelen "spielen". Wir waren an einem Punkt angekommen, da sah ich meine Eltern schon vor mir, wollte gerne zu ihnen, aber irgendetwas fehlte noch. Irgendein richtiger, deutlicher Impuls, der mich nun endlich in die Zielgerade bringen würde, direkt in die Arme meiner Eltern. Ich wusste nicht genau, wie ich das beschreiben sollte, und sagte: "Na, es fehlt noch ein Flugzeug".


Mitten in diese Aufstellung herein platzte Kilian. Mit einem kleinen Spielzeugflugzeug in der Hand kam er vollkommen gedankenversunken, ließ sein kleines Flugzeug mitten durch die Aufstellung fliegen. Das war das erste mal dass er "ausgebüchst" war, meine Mutter war auch gleich zur Stelle, um ihn wieder herauszuholen. Das war das einzige Mal, dass er in eine Aufstellung "platzte". Er hatte aber nicht wirklich gestört, vielmehr mussten alle über diese Übereinstimmung mit dem Flugzeug schmunzeln.


Wir konzentrierten uns also wieder auf die Aufstellung, ich wartete immer noch auch mein Flugzeug. Ich erinnere mich hier nicht mehr so genau an alle Einzelheiten, und bitte daher auch den einen oder anderen "Dabeigewesenen", die Geschichte ruhig noch einmal genauer aufzuschreiben.


Woran ich mich aber sehr wohl erinnere ist das Gefühl, was mich überkam, als dieses Flugzeug endlich da war. Mit keiner einzigen Erfahrung in meinem ganzen Leben, könnte ich dieses wunderbare, freudigen, liebende Gefühl vergleichen, das mich da von einer Sekunde auf die nächste überkam. Das war Liebe, die war so schön, dass sie fast weh tat. Mir kamen sofort vor Rührung die Tränen in die Augen, mein Herz floß über und ich war durchdrungen von dem Eindruck, dass hier und jetzt das Richtigste der Welt überhaupt vor sich geht.
Ich war also mitgerissen von diesem Flugzeug, ließ mich davon tragen und landete nicht etwa bei der Fruchtbarkeit, auch nicht im heiligen Raum, ja nicht einmal bei meiner Mutter, sondern ich flog schnurstracks meinem Vater in die Arme, aus denen nichts und niemand auf der Welt mich jemals wieder etwas fortbringen können und sollen.



Habt ihr eine Ahnung, wie das ist, wenn man etwas gefühlt hat, von dem man ausgehen kann, das es niemanden gibt, der dieses Gefühl ebenfalls kennt? Ein Gefühl obendrein was so wunderbar und stark ist, dass ich es ganz bestimmt in meinem ganzen Leben niemals vergessen werde? Ich fühlte mich von Glück durchdrungen, aber ich war auch sehr einsam, weil ich es eben mit niemandem teilen konnte. Noch nicht!



Denn nur wenige Wochen , zu meinem Geburtstagsdingsda stellten wir wieder auf. Wieder waren die Kinderseelen obligatorisch mit aufgestellt, diesmal durch eine andere Frau Und da passierte es wieder: Die Kinderseele hatte ihre Eltern schon erkannt, konnte aber zunächst noch nicht zu ihnen. Und dann kam das Flugzeug und die Kinderseele flog in diesem Augenblick ihrem Vater in die Arme!!!!!


Schon wieder war es der Vater. Darauf wäre ich im Kopf niemals gekommen, aber inzwischen wiederholen sich diese Erfahrungen, so dass ich das jetzt eigentlich nur so als richtig annehmen kann: Es sind die Väter, die von den Kinderseelen oft und gerne auch als ihre "Beschützer" bezeichnet werden, die die Fruchtbarkeit verehren, und in dem Moment, wenn alles stimmt, und endlich eine Situation entsteht, die wir nun Flugzeug nennen, ihre Kinder im Augenblick der biologischen Empfängnis mit offenen Armen empfangen.



Die Frau, die in dieser Aufstellung die Kinderseelen gespielt hatte, die gerade erlebt hatte, wie sich ein Flugzeug anfühlt, war gerade zu überwältigt von diesem Gefühl. Ich stand dabei, konnte vielleicht als einziger Mensch der Welt genau verstehen, was sie da gerade erlebt hatte und freut mich gleich doppelt und dreifach. Wir hatten ein happy end in der Aufstellung erreicht, eine weitere Frau hatte mal ein Flugzeug erlebt, und ich, ich konnte endlich dieses Erlebnis teilen und im Gegenzug dieser Frau schon mal sagen" Ich weiß ganz genau, was du da gerade erlebt hast!".



Das ist tausendmal schöner, als "Flugzeuge im Bauch" (guten Tag Herr GrönemeierJ )


Ich glaube, dies ist ein schöner Abschnitt.
Es ist ein Wissen, zusammengetragen von vielen Eltern in ihrer Kinderwunschphase.
Ein Wissen, das ich ohne sie alle niemals hätte sammeln können.
Ein Wissen, was sich derzeit irgendwie neu zu strukturieren scheint.
Alle diese Elemente haben mich immer wieder eines Besseren belehrt.
Ich bekam überraschende und neue Antworten auf alte, gut bekannte Fragen.



Dies ist nur eine Station auf dem langen Weg.
Und wie erkenntnisreich diese schon ist!


Die Rolle der Väter wird mir immer klarer, auch wenn ich sie noch nicht in Leitsätze fassen kann, sondern nur, in dem ich das erlebte beschreibe,
Die Bedürfnisse der Kinderseelen begreife ich immer mehr, und auch das Bild von einer "starken Mutter", nämlich der Mutter, die die Antwort auf alle Fragen aus ihrem Bauch heraus hat, aus ihrem heiligen Raum nämlich, dem Sitz der Macht, dem Sitz des Wissens.


Diese Kinderseelchen, auf die man so lange wartet, diese sind nämlich sehr speziell, und brauchen sehr spezielle Mütter, brauchen wieder starke Mütter.



Mütter, die wieder bereit sind, von ihren Kindern zu lernen.
Egal, wann sie eines Tages geboren werden.
Egal, wie sie eines Tages empfangen werden.



Und Väter, die die Fruchtbarkeit uneingeschränkt verehren, die ihre Rolle als Beschützer aus tiefster Selbstverständlichkeit heraus einnehmen oder beibehalten (die meisten unserer Männer tun nämlich genau das, auch wenn wir manchmal glauben, sie würden sich für unseren Kinderwunsch nicht interessieren)
und deshalb unsere Kinder in ihren Herzen empfangen.



Das wars für heute,
ich grüße Euch ganz lieb und warte auf den einen oder anderen ergänzenden Bericht von Euch.


Biggi


2. September 2002