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Europas Spermiogramme

Über 50% der Ursachen eines unerfüllten Kinderwunsches liegen beim Mann -

 

Die Spermienqualität unserer Männer nimmt signifikant ab. Auch ich kann in meiner Praxis diese Veränderung erleben. Während mich früher recht oft Paare aufsuchten, die im Sinne ihrer Fortpflanzungsfähigkeit als klinisch vollkommen gesund galten, scheint dies in den letzten Jahren abzunehmen. Insbesondere, wenn ich meinen Blick auf die Spermienqualität richte, dann möchte ich sagen: Inzwischen ist es die Mehrheit meiner männlichen Patienten, deren Spermiogramm als nicht besonders gut bewertet wird.

Diese Wendung hat längst zu einer Veränderung auch in der Praxisroutine geführt.  Der männliche Partner war schon immer Teil meiner Betrachtung, in letzter Zeit rückt er aber immer weiter in den Mittelpunkt der alternativen Kinderwunschtherapie. Der „Partner-Fragebogen“ ist inzwischen nicht mehr weg zu denken. Auch die Verordnungen von Arzneien hat sich längst geändert: Der Mann ist eigentlich immer dabei. Oft sogar der Mittelpunkt.

 

Ganz sicherlich hätte sich mein Praxisalltag nicht geändert, wenn nicht veränderte Anforderungen dies erforderlich gemacht hätten. Doch dies ist natürlich eine sehr subjektive Betrachtung. Vielleicht sollten wir einen kurzen Ausflug in die wissenschaftliche Anschauung unternehmen,  um zu schauen, ob es für meine Beobachtungen objektive Grundlagen gibt.

 

Was sagt die Wissenschaft?

 

Zunächst möchte ich einen Blick werfen auf die wirklich ernüchternden Studien zu den nachlassenden Spermienqualität westeuropäischer Männer. Bitte wissen Sie: Ich persönlich bin kein Fan von Studien, stelle selbst gerne das eine oder andere Detail oder gar die Gesamtaussage an ihnen in Frage, und ich würde dies nur all zu gern auch bei den Studien über die Spermienqualitäten dabei belassen, doch wäre dies eine Vogel-Strauß-Politik.

 

Schauen wir also gerne erst einmal gemeinsam hin: Bei anderen Studien, beispielsweise über Cholesterin oder Folsäure scheint es meistens kurzfristige Trends zu geben. So haben die meisten von uns einen Trend nach dem anderen erlebt- und auch erlebt, dass nach einer gewissen Flut der Informationen und medikamentösen Hilfsprodukte dann anschließend  auch wieder ein Ab-Ebben einsetzt.

Bei den Studien über die Spermienqualität ist das aber anders: Sie werden seit 1938 permanent durch geführt-  von den unterschiedlichsten Institutionen, Kliniken und in vielen Ländern. Von diesen Studien kamen nur wenige zu dem Schluss, dass die Spermienqualität eine gleichbleibende ist. Die allermeisten dieser Studien, und hier besonders die, die über einen langen Zeitraum durchgeführt wurden, weisen auf eine signifikante Abnahme der Spermienqualität hin.

 

Diese Seiten sollen auf keinen Fall mit wissenschaftlichen Anschauungen langweilen. Vielmehr möchte ich Ihnen eine grobe Zusammenfassung der bisher gewonnenen Erkenntnisse aus diesen Studien übermitteln.

 

Die Studien konnten einen Rückgang der Spermienqualität nachweisen. Ergebnisunterschiede gibt es lediglich im Ausmaß der beobachteten Verschlechterung. So kommt die Studie, die bisher weltweit die meisten Daten erfasst und auch über den längsten Zeitraum erhoben wurde, zu dem Ergebnis, dass die Spermienqualität deutscher Männer sich in den letzten 70 Jahren nahezu halbiert hat. (von 113 Mio. auf 66 Mio. pro ml). Andere Studien kommen auf eine Verschlechterung von rund 40 %, wieder andere auf rund 70 %.

 

Dabei verläuft die Qualitätskurve nicht konstant, sondern weist in mehreren Studien auf eine größere Veränderung der Spermien derjenigen Männer hin, die um die Jahre 1978- 80 geboren wurden. In der gleichen Zeit nahmen auch die Zahlen körperlicher Zeugungskomplikationen zu, wie Hodenhochstand mit späterer unterdurchschnittlicher Spermienqualität, gespaltene Harnröhren und der größeren Wahrscheinlichkeit, vor dem Erreichen des 50. Lebensjahres an Hodenkrebs zu erkranken.

 

Es liegt nahe, dass dieser zeitliche Wendepunkt um 1980 herum Anlass zu einiger Überlegung gab und in der Folge untersuchte man verschiedene Umweltgifte auf ihre Wirkung. Da einige der Umweltgifte eine hormonähnliche Wirkung im Körper des Menschen haben, einigte man sich bald auf einen Hauptverdächtigen: Das Östrogen sowie alle chemischen Stoffe mit einer östrogenartigen Wirkung.

 

Birgit Zart, 11/ 2010