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Homöopathie und Kinderwunsch
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Homöopathie und Kinderwunsch

Liebe Frauen,

es gibt ganz sicherlich viele gute alternative Therapieformen, die sich eignen, eine ungewollte Kinderlosigkeit zu begleiten. Nach und nach möchte ich euch auch gerne einige von denen vorstellen, die mir ein Begriff sind, auch wenn ich sie nicht alle selbst praktiziere.

Die Homöopathie halte ich für ganz besonders gut geeignet. Das liegt nicht nur daran, dass ich sie besonders intensiv studiert habe. Es ist vielmehr die Fähigkeit der homöopathischen Arzneien tief in unsere Psyche eingreifen zu können, aber auch ganz tief in unsere persönliche und familiäre Krankengeschichte. Das bedeutet, dass die Homöopathie auch solche Krankheiten zur Heilung bringen kann, die nicht nur weit zurück in unserem Leben ihren Ursprung haben, sondern auch die, die wir als Veranlagung von unserer Vorfahren ererbt haben. Homöopathie ist eine ganz faszinierende Therapie. Man sagt aber, dass man sie 10 Jahre lang studieren muss, um eine Trefferquote von etwa 60 % zu haben. Dies entspricht auch meiner Erfahrung.

Viele Frauen fragen mich, ob man denn nun Homöopathie selber machen sollte, oder besser nicht. Und ich weiß nicht so recht, was ich drauf antworten soll. Im Prinzip ist Homöopathie nicht so wie Edelsteintherapie oder Bachblütentherapie, wo jeder gleich mal loslegen kann. Daher müsste meine Antwort eigentlich "nein" lauten.

So sag ich’s aber nicht. Ich sag "ja, in gewissem Maße".

Für akute und leichte Krankheitsbilder gibt es heute schon in jedem Supermarkt für gut 10 DM ein Taschenbuch zur Homöopathie. Ich sags gleich, ich habe hier keine speziellen Buchtipps, da meine Bücher ganz andere sind. Was aber die Taschenbücher betrifft, da könnt ihr im Supermarkt oder dem kleinen Buchhandel nebenan nicht viel falsch machen, denn von den Autoren schreibt sowieso immer einer vom anderen ab, und das ist bei einer empirischen Lehre wie der Homöopathie ganz normal und o.k.

Alles, was man so über die Grundrisse der Homöopathie wissen sollte, findet ihr in diesen Büchern. Hiermit könnt ihr schon mal den Erkältungskrankheiten und den allgemeinen Unbefindlichkeiten auf den Pelz rücken. Es ist auch vernünftig, sich nach und nach eine homöopathische Hausapotheke zuzulegen. Das macht Sinn, denn im Akutfall müsst ihr so die Mittel nicht alle erst bestellen. In der Kinderwunschbibliothek habe ich mal einen Vorschlag für eine kleine Hausapotheke zusammengestellt. Es gibt aber auch viele andere Möglichkeiten.

Versucht, wenn ihr Mittel kauft, euch 1,5 oder 2 Grammabfüllungen zu besorgen, die sind viel preiswerter und reichen für den Anfang vollkommen aus. Solche kleinen Abfüllungen bekommt ihr nicht vom Hersteller. Eher von Apotheken, die in der Nähe von Heilpraktikerschulen sind. Hört euch um, es lohnt sich.

Mit der Selbstbehandlung chronischer Krankheiten sieht es schon ganz anders aus. Ich stelle oft fest, dass sogar Kollegen sich in den chronischen Krankheiten manchmal gar nicht auskennen. Im Grunde ist hier Schluss mit der Selbsthilfe. Ich schau mal, dass ich euch in den Anhang ein paar wenige, gute Homöopathen angebe, die ihr Handwerk wirklich verstehen.

Wenn ihr selbst sucht, dann bedenkt, dass die Mitgliedschaft in irgend einem teueren Fachverband keine Aussage über die Fähigkeiten eines Homöopathen hat. Es gibt sicherlich viele gute Homöopathen, es sind aber leider auch viele taube Nüsse unter meinen Kollegen. Geht bitte niemals einfach irgendwohin. Geht nur auf Empfehlung. Wählt auch nicht einfach einen aus, bei dem die Freundin gerade in Behandlung ist. Wählt einen aus, der wirklich helfen konnte.!!!!

Für die Behandlung chronischer Krankheiten braucht ihr einen guten Homöopathen.

Wie verhält es sich denn nun aber mit der Behandlung der "ungewollten Kinderlosigkeit".

Sie kann alles sein, akut, chronisch, psychisch bedingt, miasmatisch bedingt, es können Blockaden vorliegen oder Belastungen mit Umweltgiften oder Schwermetallen.

Ein guter Homöopath wird in diesem Falle immer eine Anamnese machen. Das ist auch richtig so.

Hier im Netz können wir das aber nicht.

Wenn ich hier in der Homepage oder im Kinderwunschforum z.B. Sepia oder PH-L immer wieder empfehle, dann tue ich dies als eine sogenannte "bewährte" Indikation. Das bedeutet, man empfiehlt Mittel, weil es in bestimmten Fällen meistens hilft. Das ist so ganz und gar nicht klassisch. Man gibt aber auch Arnika als "bewährte Indikation" gegen Weichteilverletzungen, ohne vorher eine anamnestische Totalerhebung anzufertigen. Ebenso sehe ich dies in der homöopathischen Kinderwunscharbeit. Diese Mittel sind bewährt. Und wir sehen ja, wie sie immer wieder wirken.

Wann , oder an welchem Zyklustag soll man ein Mittel nehmen?

Mann kann die Mittel nehmen, wann man will. Das gilt besonders für die Hochpotenzen.

Bei niederen Potenzen (bis C 30) gilt: je Näher die Arzneigabe am Bedarf ist, desto besser.

Das trifft übrigens auch für eure Hausapotheke zu: Mittel nehmen, wenn’s weh tut.

Bei periodischen Symptomen, wie z.B. den Pulsatillasymptomen, könnt ihr das Mittel schon einen Tag früher nehmen, als ihr die Symptomatik erwartet.

Wenn‘s mal ganz doll wehtut: 10 Kügelchen in ein Wasserglas geben, es auflösen, ohne es mit Metall in Verbindung zu bringen. Dann in kleinen Schlucken dieses Wasser sehr häufig einnehmen.

Mittel wie Bryophyllum erst ab positivem Schwangerschaftstest nehmen!. Manche Patientinnen, die eine Insemination, IvF oder ICSI vornehmen, nehmen sie ab Eingriff.

Wann soll ein Mittel wiederholt werden?

Egal, ob ich das sage, oder ein Kollege, oder ob es in einem Buch steht: gerne werden Einnahmezeiten angegeben, das ist aber nicht ganz korrekt. Diese dienen lediglich als "grober" Rahmen.

Korrekt wäre:

Man nimmt ein Mittel, bis eine Wirkung einsetzt.

Wenn die Wirkung nachlässt, dann wiederholt man das Mittel.

Solange keine Wirkung feststellbar ist, gilt die empfohlene Einnahmezeit. Das gilt besonders für Hochpotenzen.

Ihr seht, die Einnahme ist eine ganz individuelle Angelegenheit, bei der ihr euch gut beobachten müsst.

Wie erkennt man denn die Wirkung eines Mittels?

Die erkennt ihr sicherlich nicht erst an einem rosaroten Streifen auf einem Schwangerschaftstest.!!!!

Ein Körper heilt immer von oben nach unten und von innen nach außen!

Bitte alle mal hinter die Ohren schreiben.

Denn das bedeutet, dass ihr innere, als zentraler zu verstehende Bereiche zuerst erkennen könnt. Zum Beispiel am Gemütszustand, am Schlaf, an Träumen, Ideen, am Appetit, an Essgewohnheiten, Trinkverhalten etc. Achtet also zunächst auf euren Allgemeinzustand. Seid ihr fit – oder eher müde nach Einnahme des Mittels? Kommen die Tränen leichter? An all solchen Dingen kann man die Wirkung eines Mittels recht gut erkennen, besonders bei den Hochpotenzen. Auf körperlicher Ebene wird es sich vermutlich erst danach zeigen. Die Sepiawirkung auf körperlicher Ebene erkennt man recht gut am Zyklus. Stellt er sich wieder ein, verändert er sein Tempo, wie verändert sich die Blutung? Achtet auch auf euer Kälte- oder Wärmeempfinden.

Antidotierung, oder:

Darf man während einer homöopathischen Behandlung Kaffee trinken und sich mit Zahnpasta die Zähne putzen?

Ja, das darf man. Ich verstehe immer noch nicht ganz, weshalb sich dieser Blödsinn in den Homöopathiekreisen immer noch hält. Wer auch nur einmal versucht hat, durch Kaffee oder Pfefferminzöl pur ein Mittel zu bremsen, der weiß, dass das nicht funktioniert. Geniesst also weiter eure Tasse Kaffee zur Entspannung, putzt euch weiter in Ruhe die Zähne. Das macht alles nichts. In vielen Praxen werden solche Anleitungen gegeben, damit durch den vielen Kleinkram, der zu beachten ist, der Placeboeffekt noch besser aktiviert werden soll, manchmal müssen sie wohl auch herhalten, wenn ein Mittel schlichtweg mal falsch gewählt war. Das ist eigentlich nicht schlimm, aber nicht jeder Therapeut mag das gerne zugeben.

Was viel wichtiger ist, und das sollte auch jeder Hobby-Homöopath wissen: Chamomilla antidotiert jedes pflanzliche Homöopathikum. Das trifft auch für Kamillentee zu.

Einige wenige Mittel können tatsächlich durch einige Nahrungsmittel antidotiert werden, aber das weiß der Homöopath dann in der Regel und erklärt es auch.

Wer darf Sepia nehmen, wer nicht?

Was ich hier schreibe, das gilt nicht für alle homöopathischen Mittel, es gilt für die Sepia.

Während man mit anderen Mitteln, insbesondere auch in Form der Hochpotenzen tüchtig "daneben schießen" kann, trifft dies meiner Erfahrung nach bei der Sepia nicht zu, wenn sie von einer Frau genommen wird. Und erst recht nicht, wenn es Probleme mit den Geburtsorganen gibt. Sei es ein unerfüllter Kinderwunsch, Zyklustempoanomalien, PMS, PCO, Endometriose, vorangegangene Entzündungen, ausbleibender Zyklus, Zwischenblutungen, fehlender Eisprung. In diesen Fällen wird die Sepia richtig sein, nicht aber in allen Fällen wird sie allein ausreichen, um eine vollständige Heilung zu bringen.

Bei vorliegender Gelbkörperschwäche und/oder Zwischenblutungen kann hier oft das Komplexmittel "Phyto-Hypophyson L" die Sepia unterstützen.

Was andere, ergänzende Mittel betrifft, bei denen habe dann selbst ich arge Bedenken, sie einfach hier so als "allgemeingebräuchlich" ins Netz zustellen. Schaut euch also die Arzneimittelbilder der Mittel gut an (im Anhang gebe ich einige Links zur Materia Medica) und besprecht die Folgemittel gut mit euren Homöopathen.

Anregungen für eure Therapeuten:

Nux vomica kann als vorangestelltes Mittel oder als Zwischenmittel helfen, wenn im Vorfeld langzeitige Medikamentengaben liegen, oder Narkosen.

Nach Downregulierung, Stimulierung, Clomifen und ähnlichen Arzneigaben, kann es meiner Erfahrung nach sehr schwierig werden, den Körper wieder dazu zu bringen, seine Arbeit selbstständig wieder aufzunehmen. Nach diesen Behandlungen ist auch das Blutbild oft katastrophal, die Thromboseneigung sehr hoch. Ich kenne einige Frauen, die solche Hormonbehandlungen wegen eines Herzinfarktes abbrechen mussten. Das ist natürlich nicht immer so, aber es zeigt uns doch, wie sehr der Körper dadurch belastet wird. Das Fehlgeburtsrisiko ist hoch. Daher während der Behandlung: Viel trinken, gegebenenfalls Babyaspirin nehmen. Organe und Ausleitung stärken mit Carduus marianus und Solidago D 1 oder Urtinktur.

Nach derartigen Arzneigaben reicht die Kraft der Nux vomica nicht mehr unbedingt aus, Sulfur ist hier meist das Mittel der Wahl, bevor andere Mittel überhaupt greifen. Es ist gut möglich, dass es auch immer wieder als Zwischenmittel gegeben werden muss. Möglich sind auch andere sogenannte "Blockadebrecher".

Natrium muriaticum ist ein Mittel, welches oft in der Nähe der Sepia erscheint, und diese auch ergänzt. Je nach Symptomatik kann es Vor- oder Folgemittel zur Sepia sein. Manchmal treten die Sympotme auch im Wechsel auf – gut aufpassen!

Silicea ist die letzte im Bunde. Je nach Behandlungsverlauf ist sie entweder sowieso angezeigt, oder sie darf auch mal als Blockadebrecher eingesetzt werden. Ich brauche sie auch, wenn ich den Eindruck habe, die Miasmen seien "verbacken".

Innerhalb dieser genannten Mittel ist das Kinderwunschproblem meist gelöst. In der Regel wechselt dann das Miasma. Also: gut nach alten Symptomen schauen.

So, dies war jetzt eine kleine Einlage für die Homöopathen hier. Für einen klassischen Homöopathen ist also nichts sonderlich neues dabei. Vermutlich ist er nur nicht so ein Fachidiot wie ich, denn ich habe ja nur noch Kinderwunschfrauen in meiner Praxis.

Liebe Frauen, bitte nicht einfach alles einkaufen und aufessen!

Tut euch das nicht an.

Beginnt gerne mit Sepia und /oder PH-L.

Alle weiteren Mittel sollten gut ausgesucht werden von einem Homöopathen.

Lasst euch viel Zeit. Allein mit diesen beiden Mitteln kann man sich gerne einmal ein Jahr Zeit lassen. Beobachtet euch gut und versucht diesen Prozess zu genießen. Lasst euch auch nicht nervös machen, wenn manche Frauen nach der ersten Sepiaeinnahme vielleicht wirklich gleich schwanger werden. Das kommt vor, ich weiß, aber es soll euch nicht als Maßstab dienen.

Lasst doch einfach der Naturheilkunde ebenso viel Zeit, wie ihr der Schulmedizin gelassen habt, oder ihr lassen würdet. Das würde ich fair finden.

So, damit schließe ich diesen Aktendeckel erst einmal. Ich ergänze gerne, wenn mir noch mehr "häufige Fragen" auffallen sollten.

Lieber Gruss

Biggi